KAV: Ärztekammer erfreut über Rücknahme von Umstrukturierungen

Hautambulanz bleibt im Wilhelminenspital – Weismüller: „Reformen nur dort, wo sinnvoll" 

Bestätigt in den Forderungen der Ärztekammer für Wien sieht sich Wolfgang Weismüller, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, nachdem der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) angekündigt hatte, geplante Umstrukturierungen in seinen Spitälern wieder zurückzunehmen. Weismüller: „Sowohl für die Patienten- als auch für die Ärzteschaft ist dieses Umdenken äußerst positiv." 

Anfang der Woche hatte der KAV bekanntgegeben, dass die Hautambulanz des Wilhelminenspitals doch nicht ins Krankenhaus Hietzing verlegt werde. Für Weismüller logisch: „Es muss selbstverständlich sein, dass Ambulanzen nicht geschlossen werden dürfen, solange die Versorgung der Patientinnen und Patienten bei Kassenärzten nicht sichergestellt ist."

Das so genannte "Spitalskonzept 2030" des KAV baue laut Weismüller auf einen Ausbau des niedergelassenen Bereichs ab. „Dieser Ausbau hat aber noch nicht stattgefunden", stellt der Vizepräsident fest. Dass nach der ebenfalls heftig diskutierten angedachten Übersiedelung der Augenabteilung des Donauspitals in die Rudolfstiftung nun auch die Umstrukturierung im Wilhelminenspital zurückgenommen wurde, sei für Weismüller „überaus erfreulich".

Grundsätzlich seien Strukturprojekte sinnvoll, allerdings müsse man „vorab genau planen und evaluieren, wo Änderungen notwendig sind und sowohl der ohnehin überlasteten Ärzteschaft als auch den Patientinnen und Patienten etwas bringen", erklärt Weismüller und streckt die Hand aus: „Die Ärztekammer wäre jedenfalls sehr gerne als aktiver Player mit an Bord und würde sich freuen, Strukturprojekte mit der Stadt Wien und dem KAV zu entwickeln und mitumzusetzen."

Für Weismüller gebe es ohnehin noch genug Baustellen im KAV: 
„Bislang kam es durch die Einführung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes (KA-AZG) zu einer Arbeitsverdichtung, die Spitäler benötigen deswegen als ersten Schritt dringend mehr Personal." Wichtig sei jedenfalls, dass man zuerst eine Parallelstruktur im niedergelassenen Bereich aufbaut, bevor man den Sparstift im Spital ansetzt. „Das andernfalls entstehende Vakuum würde nur mit längeren Wartezeiten und damit einhergehenden endlosen Warteschlangen von Patientinnen und Patienten gefüllt werden", warnt Weismüller eindringlich.