Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

#draufgschaut - "Gesundheitspolitik unterm Mikroskop" 
Wie bereits in den Kuriennews berichtet, hat die Kurie angestellte Ärzte vor Kurzem die Gesundheitssprecher der Parlamentsparteien zu Gesprächen eingeladen, welche die Spitalsärzte betreffen. Vizepräsident und Kurienobmann Wolfgang Weismüller diskutierte dabei über die Eckpunkte im aktuellen Regierungsprogramm, die Finanzierung des Spitalswesens und den aktuellen Umsetzungsgrad des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes (KA-AZG). Diese und nächste Woche sind nun die Regierungsparteien dran, den Anfang der beiden Parteien macht heute der ÖVP-Abgeordnete Josef Smolle.

Die Gespräche können Sie im Internet einsehen, entweder in der geschlossenen Facebook-Gruppe "Ärztinnen und Ärzte in Wien" hier oder auf der öffentlichen Facebook-Seite von "Schützen wir unsere Spitäler" hier.


Ärztekammer zum Thema Gewalt in den Spitälern 
Zum ersten Mal gibt es in Österreich ein Spital, das sein Sicherheitspersonal mit Kameras ausrüstet: In Tirol verfügen Security-Mitarbeiter nun über sogenannte Bodycams. Zweck der neuen Bodycams soll vor allem Deeskalation sein. Die Wiener Ärztekammer ist dieser Maßnahme gegenüber skeptisch: Der Hauptgrund für Gewalt in den Spitälern ist aus Sicht der Ärztekammer nach wie vor die Tatsache der überfüllten Ambulanzen. Steigende Wartezeiten und zu wenig Personal machen die Patienten in den Warteräumlichkeiten nervös und dementsprechend kann das Gewaltpotenzial steigen. Allein durch Kameras ist deswegen Gewaltbereitschaft nicht zu reduzieren, denn nur strukturelle Veränderungen können nachhaltig etwas bewirken. Für die Kurie angestellte Ärzte ist es wesentlich essenzieller, dass endlich die Zentralen Notaufnahmen (ZNA) und Allgemeinmedizinische Akutordinationen (AMA), analog wie jener bereits bestehenden im AKH, errichtet werden. Hier werden laut aktuellen Zahlen nur etwa 7 Prozent der Patienten weiter in die (Fach-) Ambulanz im AKH weitergeleitet. Deswegen bemüht sich die Kurie auch bei der Stadt Wien und dem KAV, dass schriftlich festgehalten wird, dass dieses Thema absolute Priorität hat und die Kurie in diese Ausbauarbeit massiv eingebunden wird.


2. Erwachsenenschutzgesetz 
Am 1. Juli 2018 wird das 2. Erwachsenenschutz-Gesetz in Kraft treten. Primäres Ziel der Novelle ist die Förderung der Selbstbestimmung von Menschen, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer vergleichbaren Beeinträchtigung in ihrer Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt sind. Zur Erreichung dieses Ziels werden die bisherigen Vertretungsmodelle und Alternativen zur Sachwalterschaft ausgebaut, wodurch eine Stärkung der Autonomie im Rechtsverkehr und in persönlichen Angelegenheiten erreicht werden soll.

Das Gesetz wird Auswirkungen auf den gesamten ärztlichen Bereich haben, da mit der Reform auch Änderungen im Bereich der medizinischen Behandlung vorgesehen sind.

Als Unterstützung bei der Umsetzung des neuen Erwachsenenschutzgesetzes hat das Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz zusammen mit den betroffenen Interessenvertretungen und Angehörigen der Gesundheitsberufe ein Konsenspapier erarbeitet, welches sich als Handlungsanleitung versteht und hier für Sie abrufbar ist.

Die Ärztekammer für Wien wird in den folgenden Wochen verstärkt im Wege von Veranstaltungen und Artikeln über die wichtigsten Punkte aufklären.
Sollten Sie zum 2. Erwachsenenschutz-Gesetz noch Fragen haben, steht Ihnen Mag. Laura Kreidl von der Stabsstelle Recht der Ärztekammer für Wien unter kreidl@aekwien.at für Auskünfte gerne zur Verfügung.

 

Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen. Diese bitte an: kurie.ang@aekwien.at.

Mit kollegialen Grüßen

Ihre Kurie angestellte Ärzte