Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

Präsentation der Ergebnisse der Ärztekammerumfrage zum Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz
Im Jänner 2018 beging das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) sein mittlerweile dreijähriges Jubiläum. Bereits das erste Jahr unter der neuen Regelung war von massiven Protesten und Unzufriedenheit seitens der Wiener Spitalsärzte erfüllt, die 2016 in einem breitflächigen Warnstreik und öffentlichen Demonstrationen im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) gipfelten. Die Ärztekammer nahm dies zum Anlass, von 10. Jänner bis zum 4. Februar 2018 eine Evaluation der Umsetzung des KA-AZG seit den Ärzteprotesten im Herbst 2016 durchzuführen. Im Fokus der Umfrage standen unter anderem die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen beim ärztlichen Arbeitsaufwand, die Berücksichtigung der ärztlichen Ausbildung sowie die damit verbundene Qualität der Patientenversorgung.

Alle Ergebnisse und sich daraus ergebenden Forderungen der Ärztekammer können Sie hier nachlesen.


DON'T SMOKE: Bereits mehr als eine Viertelmillion Unterstützer
"Jetzt geht's los", gab Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres letzten Donnerstag den offiziellen Startschuss für das Volksbegehren zum umfassenden Nichtraucherschutz, das einen wichtigen Schritt Richtung Rauchfreiheit in Österreich darstellt. Mittlerweile liegt die Unterstützeranzahl bereits bei mehr als 270.000 Menschen. Derzeit können die Österreicherinnen und Österreicher ihrer Meinung zu den Raucherplänen der Regierung mit einer Unterschrift Ausdruck verleihen. Auch viele Ärztinnen und Ärzte unterstützen derzeit tatkräftig das Volksbegehren, auch Sie können mithelfen. Falls auch Sie Plakate oder Flyer für Ihre Krankenanstalten wünschen oder nachbestellen möchten, können Sie diese via E-Mail in der Pressestelle bestellen.

Mehr Informationen erhalten Sie auch auf der Seite des Volksbegehrens "Don't Smoke" hier.

Mehr Informationen zur Handy-Signatur erhalten Sie auch auf der Website der Wiener Ärztekammer hier.


Lehrpraxisfinanzierung Allgemeinmedizin gesichert
Mit der Änderung der Ärzteausbildungsordnung 2015 wurde über Druck der Ärztekammer erstmals eine verpflichtende Lehrpraxis für alle angehenden Allgemeinmediziner im Ausmaß von 6 Monaten am Ende der Ausbildung verankert. Durch die Übergangsbestimmungen müssen jetzt ab etwa Juni 2018 die ersten Kolleginnen und Kollegen diese verpflichtende Ausbildung absolvieren.

Umso wichtiger ist es, dass es jetzt gelungen ist, die Lehrpraxisfinanzierung durch öffentliche Förderungen endlich zu finalisieren, um sowohl für Kolleginnen und Kollegen in Ausbildung als auch für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen adäquate Bedingungen zu schaffen um diese Ausbildung zu gewährleisten.

Das Modell sieht so aus, dass die in Ausbildung befindlichen Kolleginnen und Kollegen entweder weiter im Spital angestellt bleiben und einer Lehr(gruppen)praxis dienstzugeteilt werden (sog. Modell Vorarlberg, weil es in Vorarlberg in den letzten Jahren schon erfolgreich getestet wurde); die andere Variante ist, dass sie bei der Lehr(gruppen)praxis angestellt werden. Welche Variante gewählt wird, ist im Einzelfall zu entscheiden; es hat allerdings der Wiener KAV (mit anderen Rechtsträgern sind wir im Gespräch, dass sie ähnliches anbieten) schon mitgeteilt, dass er auch so wie in Vorarlberg eine Dienstzuteilung bei Beibehaltung der Anstellung im Spital anbieten wird.

In beiden Varianten beträgt der zeitliche Umfang, der in der Lehrpraxis zu leisten ist 30 Stunden pro Woche und auch auf diesen Umfang bezieht sich auch die Förderung bzw. die Finanzierung. Bleiben die Kolleginnen und Kollegen im Spital angestellt, so machen sie wie in Vorarlberg 10 bis 18 Stunden pro Woche Dienste im Spital zusätzlich, um zumindest auf eine 40-Stunden-Woche zu kommen. Ist die Kollegin bzw. der Kollege in der Lehr(gruppen)praxis angestellt, kann natürlich auch länger gearbeitet werden, wenn es die Praxis anbietet, aber dafür gibt es dann keine Förderung, weil sich die Förderung immer auf 75 Prozent einer 40-Stunden-Woche bezieht.

Die Bezahlung ist für den in Ausbildung befindlichen Arzt in beiden Varianten ident. Bleibt die Anstellung im Spital, wird das Spitalsgehalt einfach weitergezahlt; wird der Arzt in der Lehr(gruppen)praxis beschäftigt, so ist gemäß Kollektivvertrag in Wien ein Gehalt eines Turnusarztes beim KAV zu zahlen. Das bedeutet, dass Turnusärzte gleich viel verdienen wie im Spital, auch wenn sie zumindest 30 Stunden pro Woche in einer Lehr(gruppen)praxis für Allgemeinmedizin tätig sein werden.

Die Finanzierung erfolgt zu 10 Prozent durch den Lehr(gruppen)praxisinhaber. Diese 10 Prozent wurden in der Österreichischen Ärztekammer festgelegt, da die Leistungen des Turnusarztes auch zu den normalen Tarifen mit den Krankenkassen abrechenbar sind. Die weiteren 90 Prozent Förderung teilen sich Bund, Länder und Sozialversicherungen. Je 32,5 Prozent zahlen Länder und Sozialversicherung und 25 Prozent der Bund. Aktuell wird zwischen allen Fördergebern verhandelt, wie die Abwicklung dieser Förderung aussehen soll. Diese Gespräche sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen werden und wir werden dann natürlich weiter informieren. Wichtig ist, dass alle Allgemeinmediziner, die Ärzte nach der ÄAO 2015 ausbilden wollen, neu um die Lehr(gruppen)praxisbewilligung nach der ÄAO 2015 ansuchen müssen.

Für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zum Facharzt gibt es aktuell keine Änderung, da in der Facharztausbildung keine verpflichtende Lehrpraxis vorgesehen ist.

Sollten Sie Fragen zum neuen Finanzierungs- bzw. Fördermodell haben können Sie sich an lehrpraxis@aekwien.at wenden.


Reminder Umfrage: "Mobile Health - Zukunft der Medizin? Der Einfluss digitaler Medien auf die ärztliche Gesprächsführung"
Die MedUni Wien führt derzeit eine Umfrage zum Thema "Mobile Health - Zukunft der Medizin? Der Einfluss digitaler Medien auf die ärztliche Gesprächsführung" durch. Das Ziel dieser Umfrage ist, herauszufinden, wie österreichische Ärztinnen und Ärzte telemedizinische Anwendungen verwenden und wie diese das ärztliche Gespräch beeinflussen. Die Umfrage dauert ungefähr fünf Minuten. Sie können an der Umfrage hier teilnehmen. 

 

Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen. Diese bitte an: kurie.ang@aekwien.at.

Mit kollegialen Grüßen

Ihre Kurie angestellte Ärzte