Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

Erfolgreicher Krisengipfel der österreichischen Ärztinnen und Ärzte
Wien, die Heimat der Ärzteproteste, die bundesweit für Aufsehen und Nachwirkung gesorgt haben, war auch diese Woche gastgebendes Bundesland einer wichtigen Protest- und Informationsveranstaltung: dem Krisengipfel der österreichischen Ärztinnen und Ärzte. Denn es gibt viel zu tun für die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, das hat die Informationsveranstaltung der Österreichischen Ärztekammer im Wiener Museumsquartier mit ungefähr 500 Teilnehmern bewiesen. Anlass zur Krise gibt die Gesundheitspolitik: Seit Kurzem liegt uns ein weiterer Entwurf des Gesetzes zu Primärversorgungseinheiten (PVE) vor. Das Papier ist ohne substanzielle Einbindung von Ärztevertretern entstanden und enthält zahlreiche Bedrohungen für uns Ärztinnen und Ärzte. Im derzeitigen Gesetzesentwurf bleiben zu viele essenzielle Fragen unbeantwortet, wie etwa: Wie erfolgt die Finanzierung von PVE, wie wird der freie Arzt vor Großkonzernen geschützt, wie ist die Lehrpraxis zur Ausbildung finanziert, wie erfolgt eine tatsächlich faire Vergabe, wie werden angemessene Honorare sichergestellt und vieles mehr. Sollte der aktuelle Gesetzesentwurf, der die sogenannte "Primärversorgung" neu regeln soll, tatsächlich umgesetzt werden, würde der niedergelassene kassenärztliche Bereich fundamental verändert werden. Der einzelne Arzt stünde dann alleine vor dem großen Apparat der mächtigen Sozialversicherungen. Ein Konstrukt, das vor allem Großinvestoren, die nur auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, begünstigt. Der ärztliche Einzelkämpfer, der in seiner Ordination wertvolle Arbeit leistet, wird hingegen überhaupt nicht unterstützt. Man verweigert ihm die Wertschätzung, und man finanziert ihn nicht ausreichend. Dagegen wehren wir uns als Standesvertretung, denn wir brauchen eine moderne Gesundheitsversorgung, statt unausgegorener Gesetze. Noch laufen die Verhandlungen, auch weitere Proteste sind daher nicht vom Tisch. Wir werden Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten. 

 

Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen.


Diese bitte an: kurie.ng@aekwien.at

Mit kollegialen Grüßen
Ihre Kurie niedergelassene Ärzte