Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

Gesetzesentwurf zu Primärversorgung: Zentrale Punkte durchgesetzt
Nach langer Vorlaufzeit und schwierigen Verhandlungen ist nun letzten Freitag der Gesetzesentwurf für die medizinische Primärversorgung in Begutachtung gegangen. Erfreulicherweise haben wir es als Standesvertretung geschafft, gegenüber den früheren Entwürfen zentrale Forderungen durchzusetzen. Nicht zuletzt Ihrer überwältigenden Solidarität und Ihrem großartigen Zusammenhalt vergangenen Dezember beim Streik- und Aktionstag und am 15. März 2017 beim Krisengipfel der österreichischen Ärztinnen und Ärzte haben wir diesen Zwischenerfolg zu verdanken!
Durchsetzen konnte sich die Ärztekammer mit ihrer zentralen Forderung, dass es in Zukunft keine Primärversorgungseinheiten (PVEs) außerhalb von Gesamtverträgen geben soll. Der Gesetzesentwurf sieht folglich einen bundesweiten Gesamtvertrag vor. Details sowie die Honorierung sind auf Landesebene zwischen Ärztekammer und Gebietskrankenkasse zu vereinbaren. Ein weiteres wichtiges Verhandlungsergebnis: Gewinnorientierte Organisationen sollen künftig keine PVE gründen dürfen, das soll ausschließlich gemeinnützigen Anbietern vorbehalten bleiben. Dass bei der Vergabe von PVEs in Zukunft niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gegenüber Krankenanstalten bevorzugt werden sollen, ist ein weiterer Verhandlungserfolg. Die Vergabe soll außerdem nach transparenten Kriterien und unter maßgeblicher Mitwirkung der Ärztekammer erfolgen.
Trotz dieser Erfolge, bleiben noch einige zentrale Forderungen unerledigt: Beispielsweise die Definition einer Obergrenze für PVE pro Versorgungsregion, um den Erhalt der Hausärzte in Einzelordinationen sicher zu stellen. Auch die von der Ärztekammer empfohlene Möglichkeit der Anstellung von Ärzten bei Ärzten beziehungsweise die dringend notwendige Klarstellung, dass Vertreter bei Ärztinnen und Ärzten keine Angestellten sind, ist noch ungeklärt. Gegen eine solche Benachteiligung der niedergelassenen Ärzteschaft wird sich die Ärztekammer weiter einsetzen, genauso wie für eine faire Finanzierung. Der Entwurf spricht zwar davon, dass 200 Millionen Euro für Primärversorgungseinheiten vorgesehen sind. Das ist allerdings kein frisches Geld, sondern innerhalb des Gesundheitsbudgets umverteiltes Geld. Zusammengefasst sind also noch dutzende legistische Änderungen notwendig, damit das Gesetz in sich klar und stimmig wird, wie Sie hier nachlesen können. Darum werden wir uns in den nächsten Wochen im Zuge des parlamentarischen Prozesses bemühen. Selbstverständlich werden wir Sie über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.


CT- und MRT: Unnötige Chefarztpflicht bringt Leistungskürzungen für Patienten
Mit Verwunderung wird in der Ärztekammer der Plan von WGKK-Obfrau Ingrid Reischl aufgenommen, die Chefarztpflicht für MRT- und CT-Untersuchungen mit 1. Juni 2017 wieder einzuführen. Die Pläne der Wiener Gebietskrankenkasse schaffen sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch für Patienten einen erhöhten bürokratischen Aufwand, der aus Sicht der Ärztekammer unweigerlich zu Leistungseinschränkungen führen wird. Sollte die Maßnahme, wie von der Wiener Gebietskrankenkasse behauptet, tatsächlich nur der internen Dokumentation dienen, bedürfe es lediglich einer Informationspflicht, wir fordern daher von der WGKK diese unsoziale Maßnahme im Sinne der Versicherten sofort wieder zu stoppen, wie Sie hier nachlesen können.


Informationen zum e-card Release R17a
Bitte beachten Sie nachfolgende Termine und Informationen des e-card Release R17a vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger:

  • Am Samstag, dem 29. April 2017 ab 14:00 Uhr wird das e-Card System serverseitig auf das neue Release umgestellt und steht spätestens wieder ab Montag, dem 1. Mai 2017 um 00:00 Uhr zur Verfügung. Das Erfassen von Konsultationen ist während der Umstellung ausschließlich im Offline-Modus möglich.
  • Am Dienstag, dem 2. Mai 2017 ab 21:00 Uhr startet die erste Rolloutwelle. Das Release wird auf die GINAs von 300 Vertragspartnern verteilt.
  • Am Dienstag, dem 9. Mai 2017 ab 21:00 Uhr erfolgt der österreichweite Client-Rollout des Release R17a.

Wichtig: Lassen Sie Ihre GINA bitte eingeschaltet, da ansonsten das Softwareupdate erst am Morgen nach dem Rollout startet. Dieses Vorgehen wird allen Vertragspartnern rechtzeitig über das e-card-Messaging-System kommuniziert.
Weitere Informationen über die Inhalte des Release R17a finden Sie hier.


Informationsplattform der Arzneimittelsicherheit im österreichischen Gesundheitsportal
Wir wurden seitens der Gesundheit Österreich GesmbH (GÖG) über ein neu gelaunchtes Service im österreichischen Gesundheitsportal informiert. Sie weist auf die "Informationsplattform Arzneimittelsicherheit" hin, auf der Ärztinnen und Ärzte einen Überblick über zuständige Stellen, Zulassungsverfahren, wichtige Dokumente und Datenbanken im österreichischen Arzneimittelsystem sowie qualitätsgesicherte Infos, Tools und Broschüren zu ausgewählten Schwerpunktthemen (aktuell "Polypharmazie & Ältere") finden.
Die Plattform ist selbst kein "Tool" zur sicheren Verschreibung, wie etwa ein Softwareprogramm für die Arztpraxis, sondern eine ausgesuchte, zielgerichtete Zusammenstellung von schon vorhandenen Tools, Leitfäden und weiteren Instrumenten, die Hilfestellung und Wissen bieten.
Sie finden die Plattform auf der Seite des österreichischen Gesundheitsportals unter folgendem Link

 

Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen.


Diese bitte an: kurie.ng@aekwien.at

Mit kollegialen Grüßen
Ihre Kurie niedergelassene Ärzte