Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

Tariferhöhungen der WGKK ab 1. Juli 2017
Wie bereits in den Fachgruppenrundschreiben im vergangenen Februar angekündigt, treten mit 1. Juli 2017 die nächsten Honoraranhebungen der WGKK in Kraft. Dies ist nun die letzte Steigerungsstufe des äußerst erfolgreichen Vertragsabschlusses aus dem Jahr 2015 und entspricht in etwa 4 Prozent, wobei auch diesmal einzelne Fächer - vor allem im Sinne einer Stärkung der ärztlichen Zuwendungsmedizin und der hausärztlichen Primärversorgung - besonders berücksichtigt wurden. Unter anderem gibt es ab nun erneut zusätzliche Positionen für Folgepatientenkontakte und eine Aufbesserung der Visitentätigkeit.
Die aktualisierten Honorarkataloge der jeweiligen Fachgruppe finden Sie hier und den Vorsorgetarif finden Sie hier.
Bitte setzen Sie sich mit Ihrem EDV-Softwareanbieter in Verbindung, damit die Tarifänderungen zeitgerecht aktualisiert werden können. Die Firmen wurden schon über die entsprechenden Veränderungen informiert.


Ärztekammer begrüßt Foto auf E-Card
Laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gehen pro Jahr in etwa 200.000 E-Cards verloren, 43.000 werden gestohlen. Um möglichem Missbrauch vorzubeugen, wird nun eine langjährige Forderung der Ärztekammer beschlossen: ein Foto auf der E-Card. Ab dem Jahr 2019 soll die Bebilderung im Zuge des regulären Austausches der jeweiligen E-Card erfolgen. Eine Maßnahme, die von uns als positiv bewertet wird: Statt mit sogenannten Mystery-Shoppern unbescholtene Ärztinnen und Ärzte nachzuspionieren, wird praktikabel und effizient mit einem Foto möglicher Missbrauch eingedämmt. Denn auch Bedenken hinsichtlich zusätzlicher Kosten für Versicherte sind mit der Entscheidung, dass Fotos von Landes und Bundesbehörden übernommen werden können, ausgeräumt. Vor diesem Hintergrund sehen wir die Umstellung der E-Card als eine positive Entwicklung, fordern aber gleichzeitig eine verbesserte Funktionalität der Karte und einen sofortigen Stopp des Mystery-Shoppings bei Ärztinnen und Ärzten. Eine Presseaussendung der Österreichischen Ärztekammer zum Thema finden Sie hier.


Schlechte Noten für PHC-Gesetz im Hau-Ruck-Verfahren
Es ist kein gutes Zeugnis, das den Regierungsparteien nach der voreiligen Beschlussfassung des umstrittenen PHC-Gesetzes ausgestellt wird: Trotz eines hartnäckigen Einsatzes der Ärztekammer, die noch am Dienstag dieser Woche ihre Bedenken im Parlament deponiert hat, ist daraus ein politischer Schnellschuss kurz vor den parlamentarischen Sommerferien geworden, beschleunigt durch den bevorstehenden Nationalratswahlkampf. Aus unserer Sicht fehlen zahlreiche Bestimmungen, für die wir uns weiter einsetzen und die für eine erfolgreiche Stärkung der niederschwelligen Primärversorgung dringend notwendig sind:

  1. Die Anstellung Arzt-bei-Arzt in Gruppenpraxen
  2. Die Finanzierung der Lehrpraxis
  3. Zusätzliche Mittel für Primärversorgungseinheiten und Hausärzte
  4. Die sozialversicherungs- und steuerrechtliche Absicherung der Vertreterregelung
  5. Die dauerhafte Mitwirkung der Ärztekammer bei der Planung statt einer willkürlichen Planungsgrenze bis 2025
  6. Keine eigene Rechtspersönlichkeit der Primärversorgungseinheit für Ärztinnen und Ärzte, die ein PHC-Netzwerk gründen
  7. Ein verbesserter Kündigungsschutz der Ärztinnen und Ärzte bei Wegfall der Planungsgrundlagen.
  8. Unbegrenztes Rückkehrrecht und Absicherung der Ärztinnen und Ärzte bei Ausstieg aus einer Primärversorgungseinheit
  9. Eine Liberalisierung der Altersgrenze für Kassenärzte in Primärversorgungseinheiten, Einzel- und Gruppenpraxen

Statt einer politisch motivierten Hau-Ruck-Aktion braucht es eine echte finanzielle Aufstockung des niedergelassenen Bereichs. Für uns stellt dieses Gesetz eine vergebene Chance der Gesundheitspolitik dar, die in dieser Form nicht zur Förderung der Primärversorgung in Österreich beiträgt. Wesentlich effizienter wäre es, endlich neue Kooperationsformen im Kassenbereich zu ermöglichen. Job-Sharing, Teilzeitarbeit und die Anstellung Arzt-bei-Arzt sind dringend umzusetzen. Zwischenzeitlich werden wir uns als Wiener Ärztekammer bei der Stadt Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) mit voller Kraft dafür einsetzen, dass nicht durch eine Fehlplanung von Primärversorgungseinheiten Kolleginnen und Kollegen in ihrer Existenz gefährdet werden und nur dort solche Einheiten entstehen, wo es die Ärztinnen und Ärzte freiwillig wünschen. Daher werden wir uns selbstverständlich auch juristisch und politisch dagegen wappnen und wehren, falls Stadt und WGKK meinen, in Wien gegen den Willen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und ihrer Standesvertretung PHC-Zentren planen zu können. Wir bleiben daher als Ärztekammer bei unserem Ja zur Primärversorgung und unserem Nein zum vorliegenden Gesetz und werden bis Herbst auch entsprechende Maßnahmen vorbereiten. 

 

Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen.


Diese bitte an: kurie.ng@aekwien.at

Mit kollegialen Grüßen
Ihre Kurie niedergelassene Ärzte