Wiener Ärztekammer fordert strikte Trennung von Erwachsenen- und Kinderpsychiatrie

Mehr stationäre Betten notwendig – Weismüller: „Übergriffe könnten vermieden werden"

Der mögliche Übergriff eines erwachsenen Patienten auf ein 13-jähriges Mädchen in der Psychiatrieabteilung des Otto-Wagner-Spitals lässt auch bei der Wiener Ärztekammer die Alarmglocken läuten. Der Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, Wolfgang Weismüller, bekräftigt die langjährige Forderung nach einer „Trennung der Erwachsenen- von der Kinderpsychiatrie".

„Derartige Fälle könnten leicht vermieden werden - sofern sich die Stadt Wien und der KAV endlich dazu entschließen, organisatorisch die Psychiatrie neu aufzustellen", betont Weismüller. Der derzeitige Missstand in der Kinderpsychiatrie mit Unterversorgung an stationären Betten müsse unverzüglich behoben werden. Weismüller: „Keine Kinder und Jugendliche dürfen mehr an der Erwachsenenpsychiatrie untergebracht werden."

Die derzeit offen geführte Erwachsenenpsychiatrie ist aus Ärztekammersicht völlig ungeeignet, um die notwendigen geschützten Rahmenbedingungen für psychisch schwerstkranke Kinder zu bieten. „Die Zusammenlegung von psychisch erkrankten Kindern und Erwachsenen ist ein klarer Fehler – und muss sofort behoben werden", so Weismüller abschließend.