Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin

E-Mail: ausbildung@aekwien.at

Einreichzeiten:
Montag bis Mittwoch: 08.00 - 15.30 Uhr
Donnerstag: 08.00 - 17.30 Uhr
Freitag: 08.00 - 13.30 Uhr

 

Definition

Das Aufgabengebiet des Arztes für Allgemeinmedizin umfaßt den gesamten menschlichen Lebensbereich, die Krankheitserkennung und Krankenbehandlung sowie die Gesundheitsförderung. Die wesentlichen Aufgaben des Arztes für Allgemeinmedizin liegen daher vor allem in der patientenorientierten Erkennung und Behandlung jeder Art von Erkrankungen, in der Vorsorge, in der Früherkennung von Krankheiten, in der ärztlichen Betreuung chronisch-kranker und alter Menschen sowie in der Erkennung und Behandlung von milieubedingten Schäden.
Die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin ist in § 9 Ärztegesetz sowie in den Bestimmungen der Ärzte-Ausbildungsordnung (ÄAO) geregelt. 

Ausbildungsziel ist der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten jeweils zumindest in dem für die einzelnen Ausbildungsfächer angeführten Umfang.
Die Ärzte in Ausbildung, d.h. die Turnusärzte, sind zur persönlichen Mitarbeit heranzuziehen und haben entsprechend ihrem Ausbildungsstand auch Mitverantwortung zu übernehmen. 

Die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin setzt sich im Wesentlichen aus drei Teilen zusammen:

  • Absolvierung der entsprechenden Ausbildungszeit;
  • Vorlage eines (in den Kerninhalten) positiv ausgefüllten Rasterzeugnisses;
  • positive Absolvierung der Arztprüfung. 

Die Ausbildung erfolgt im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses. Zeiten des Präsenzdienstes, des Zivildienstes und des Karenzurlaubs unterbrechen die Ausbildung und sind auf den Turnus nicht anzuwenden.
Urlaubs-, Erkrankungs- und sonstige Verhinderungszeiten während der Ausbildung sind auf den Turnus zum Arzt für Allgemeinmedizin nur insoweit anzurechnen, als sie insgesamt nicht mehr als höchstens den sechsten Teil der jeweiligen Ausbildungszeiten betragen (sog. 6-tel Regelung). 


Aktuell - Ärzte-Ausbildungsordnung 2015

Mit 1. Juni 2015 ist die neue Ausbildungsordnung – Ärzte-Ausbildungsordnung 2015 – in Kraft getreten. 

Seitens der ÖÄK wurde darüber hinaus eine FAQ Liste zur Ausbildung Neu erstellt.

Bitte beachten Sie, dass einige Fragestellungen noch in Abklärung mit dem Gesundheitsministerium sind und daher nicht abschließend beantwortet werden können.

Nähere Informationen finden Sie im Downloadbereich.


Ärzte-Ausbildungsordnung 2006

Personen, die Ausbildungszeiten vor dem 31. Mai 2015 erworben haben, können ihre Ausbildung nach der „alten" Ausbildungsordnung – Ärzte-Ausbildungsordnung 2006 – fertigstellen:

  • Allgemeinmedizin: 6 Monate
  • Chirurgie: zumindest 4 Monate
  • Frauenheilkunde/Geburtshilfe: zumindest 4 Monate
  • HNO: zumindest 2 Monate
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten: zumindest 2 Monate
  • Innere Medizin: zumindest 12 Monate
  • Kinder- und Jugendheilkunde: zumindest 4 Monate
  • Neurologie oder Psychiatrie: zumindest 2 Monate

Die Ärzte-Ausbildungsordnung führt in den §§ 6 ff jene Fähigkeiten im Detail an, die den TurnusärztInnen vermittelt werden müssen.
Die Ausbildung kann zu einem Teil auch in anerkannten Lehrpraxen eines entsprechenden Facharztes oder Arztes für Allgemeinmedizin, in einer anerkannten Lehrgruppenpraxis oder in einem entsprechend anerkannten Lehrambulatorium absolviert werden. 

Nach dem Ärztegesetz sind anerkannte Lehrpraxen die Ordinationen jener Ärzte für Allgemeinmedizin und Fachärzte, denen von der Österreichischen Ärztekammer die Bewilligung zur Ausbildung von Ärzten zum Arzt für Allgemeinmedizin erteilt worden ist. Bei der Absolvierung der Ausbildung zum Allgemeinmediziner in einer Lehrpraxis verlängert sich – mit Ausnahme im Fach Allgemeinmedizin – die Ausbildungszeit um die Hälfte des jeweiligen Fachs. Die maximale Anrechenbarkeit von 12 Monaten bleibt davon jedoch unberührt. Es zählt die tatsächliche Lehrpraxisdauer. In einer anerkannten Lehrpraxis darf jeweils nur ein Turnusarzt ausgebildet werden. Die Kernarbeitszeit hat beträgt in Lehrpraxen mindestens 30 Wochenstunden untertags, jedenfalls aber die Ordinationszeiten zu umfassen. 

Eine Liste der anerkannten Lehrpraxen finden Sie auf der Homepage der Österreichischen Ärztekammer
Die 6 Monate Allgemeinmedizin können nach der ÄAO 2006 auch in medizinischen Erstversorgungseinrichtungen absolviert werden. Eine Liste hierzu finden Sie im Downloadbereich.


Ausbildungsstätten

Ausbildungsstätten sind jene Krankenanstalten einschließlich der Universitätskliniken sowie Lehrpraxen, die von der Österreichischen Ärztekammer als Ausbildungsstätten für die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin anerkannt und in das Ausbildungsstättenverzeichnis der Österreichischen Ärztekammer aufgenommen wurden.
An den Ausbildungsstätten muss sichergestellt sein, dass die ordnungsgemäße Ausbildung der Turnusärzte gewährleistet ist. Ausbildungsinhalte, die nicht mit Erfolg zurückgelegt worden sind, müssen wiederholt werden können. Ebenso wesentlich ist, daß zur Erreichung des Ausbildungszieles in den Ausbildungsstätten die Ausbildung möglichst gleichmäßig auf eine entsprechende Wochenarbeitszeit verteilt werden müssen.
Ist eine ordnungsgemäße Ausbildung von Turnusärzten nicht mehr gewährleistet, kann der Ausbildungsstätte die Ausbildungsberechtigung von der Österreichischen Ärztekammer entzogen werden.
Für nähere Informationen steht Ihnen die Rechtsabteilung der Ärztekammer für Wien gerne zur Verfügung. (Mag.a Michaela Rutkowski PLL.M. (Medical Law), Tel. 51501/1421, rutkowski@aekwien.at)


Teilzeit-Ausbildung

Das Ärztegesetz sieht auch vor, dass sämtliche Fächer in Teilzeit absolviert werden können. Die Ausbildungsdauer verlängert sich dadurch entsprechend. Weiters müssen Nacht- und Wochenenddienste entsprechend eingeschränkt absolviert werden.

WICHTIG! Zu beachten ist weiters, dass das Ärztegesetz nur den ausbildungsrechtlichen Teil abdeckt. Insbesondere enthält das Ärztegesetz keinen Rechtsanspruch auf Teilzeit-Ausbildung. Inwieweit Teilzeit-Ausbildung möglich ist, ist daher insbesondere auch und vor allem mit dem Dienstgeber zu klären, der einen entsprechenden Teilzeit-Dienstvertrag zu genehmigen hat.