Ausbildung Computer-based-learning
| Die Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin hat den arbeitsmedizinischen Grundlagenlehrgang inhaltlich und didaktisch vollkommen neu konzipiert. Neben einer verstärkten Berücksichtigung psycho-mentaler Anforderungen wird großes Gewicht auf Prozeßorientierung gelegt, um die Umsetzungskompetenz der Absolventen zu erhöhen. Durch die Einbeziehung von Ausbildungsteilen in Form von "Computer based learning" (CBL) zur Vermittlung von ausschließlich wissensorientierten Inhalten soll den Teilnehmern der Besuch der Ausbildung erleichtert werden. Für Ärzte, die die Ausbildung bisher aus Zeitgründen nicht besuchen konnten, stellt das neue Konzept daher ein attraktives Angebot dar. |
Lehrgangskonzept
Für eine effiziente und qualitativ hochwertige arbeitsmedizinische Tätigkeit sind zwei Komponenten Voraussetzung: Fachwissen und Umsetzungskompetenz. Der Lehrgang vermittelt daher - basierend auf dem arbeitsmedizinischen Prozeßablauf - sowohl Wissens- als auch Handlungskompetenz für den Umgang mit Einflußfaktoren auf Gesundheit und Leistung der Mitarbeiter. Die Teilnehmer werden darauf vorbereitet, ihre zukünftigen Aufgaben im Betrieb wahrzunehmen. Diese bestehen
- im Erkennen gesundheits- und leistungsrelevanter Einflußfaktoren auf Physis und Psyche von Individuen im betrieblichen Geschehen,
- in der Bewertung ihrer Auswirkung auf Gesundheit und Leistung des Menschen und auf den betrieblichen Ablauf,
- in der Entwicklung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen,
- in der Abklärung individueller Gesundheitsstörungen hinsichtlich ihrer möglichen arbeitsbedingten Ursachen.
Die neue Ausbildung gliedert sich in Phasen von Anwesenheit an der Ausbildungsstelle und Phasen des computergestützten Selbststudiums zu Hause.
Grundmodul:Im Grundmodul werden jene Inhalte vermittelt, die Voraussetzung für das Verständnis der weiteren Ausbildungsteile sind.
Einflußfaktoren:
In den Phasen des Selbststudiums (Computer based learning - CBL) erwerben die Teilnehmer die theoretische Wissenskompetenz über Eigenschaften, Vorkommen, Wirkung, Analyse und Bewertung der unterschiedlichen arbeitsbedingten Einflußfaktoren, über die entsprechenden medizinischen Untersuchungen und die zielführenden Präventivmaßnahmen. Diese Kenntnisse stellen die erforderliche Basis für die Übung der praktischen Fertigkeiten im Rahmen der Contact hours (CH) dar.
Prozeßmodule:
Ziel der Prozeßmodule ist die Vermittlung von Handlungskompetenz über die Vorgehensweise in den einzelnen Schritten des arbeitsmedizinischen Prozeßablaufs. Die notwendigen Grundlagen für die Beherrschung der erforderlichen praktischen Fertigkeiten und die prozeßorientierte Vorgehensweise werden in Form von Übungen, Gruppenarbeiten und Rollenspielen intensiv in CH vor Ort beziehungsweise in Betrieben unterschiedlicher Branchen geübt.
Projektarbeit / Abschlußmodul:
Im Anschluß an die Prozeßmodule erstellen die Teilnehmer in Teams eine Projektarbeit anhand unterschiedlicher Szenarien aus der Arbeitswelt. Die Projektarbeit dient der Anwendung und Festigung des erworbenen Wissens und seiner Umsetzung im Rahmen des arbeitsmedizinischen Handlungsprozesses. Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlußprüfung über die im Ausbildungslehrgang vermittelten Lehrinhalte.
Organisation und Termine
Lehrgangszeiten während der Contact hours:
Kursbeginn 8.30 Uhr, Kursende tagesabhängig 15.45 Uhr oder 16.45 Uhr.
Durch die Auslagerung der dem Erwerb von reinem Fachwissen gewidmeten Lehrgangsteile in das CBL-System ergibt sich eine Gesamtzahl von 28 Tagen, an denen eine persönliche Anwesenheit im Lehrgang erforderlich ist. Als Kurstage wurden bewußt die Wochentage Donnerstag bis Samstag (bei viertägigen Blöcken Mittwoch bis Samstag) gewählt, um die Zahl der für den Kursbesuch erforderlichen Urlaubstage so gering wie möglich zu halten. Service: Für weitere Auskünfte steht Herr Adrian Hörtl von der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin gerne zur Verfügung: Tel.: 02243/24311/12 DW, E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .
TopBasiswissen
- Der arbeitsmedizinische Grundlagenlehrgang - Ausbildungsphilosophie / Gliederungssysteme
- Grundlagen des Arbeitnehmerschutzes
- Aufgaben und Ziele der Arbeitsmedizin
- Berufsbild des Arbeitsmediziners
- Der arbeitsmedizinische Handlungsprozeß
- Grundsätzliches zur Wirkung von Einflußfaktoren auf den Menschen
- Kommunikation / Gesprächsführung als Instrumentarium der arbeitsmedizinischen Tätigkeit
Einflußfaktoren-orientierte Vermittlung von Fachkenntnissen/Wissenskompetenz
- Grundlagen des Arbeitnehmerschutzes (zum Beispiel Hierarchie der Rechtsordnung, Überblick über relevante gesetzliche Regelungen)
- Arbeitsumfeld
- Arbeits- und Betriebsstätten
- Berufskrankheiten
- Lärm
- Klima
- Strahlen
- Licht, Beleuchtung, Farben
- Gase, Stäube, Dämpfe
- Allgemeine beziehungsweise diffuse Einflüsse aus dem Arbeitsumfeld - Arbeitsmittel und Technologie
- Grundlegende Einflußfaktoren (zum Beispiel mechanische Belastungen / Heben und Tragen von Lasten, Schwingungen / Vibrationen, elektrischer Strom, et cetera)
- Instrumentarien (zum Beispiel Unfallerhebung/-verhütung, Organisation der Ersten Hilfe, persönliche Schutzausrüstung, Grundlagen der Ergonomie als Instrument zur Gestaltung von Arbeitsmitteln, et cetera)
- Fertigungsanlagen, handgeführte Werkzeuge und Geräte, Meß-, Prüf- und Laboranlagen, Ver- und Entsorgungsanlagen, Lagereinrichtungen ,Transporteinrichtungen und Förderanlagen, Anlagen auf Baustellen, Geräte, Anlagen und Ausstattung in Büros, Energieanlagen - Arbeitsstoffe
- Chemische Einflußfaktoren (zum Beispiel Metalle und Metalloide, Kunststoffe und Lösemittel, kanzerogene Arbeitsstoffe, et cetera) - Der Mensch als Einflußfaktor
- Komponenten der individuellen Konstitution
I- ndividuelle Einschränkungen der Leistungsfähigkeit (zum Beispiel Alkohol, et cetera)
- Anpassung des Menschen an die Arbeit (zum Beispiel Gesundheitsförderung und -beratung, Bewegungsprogramme, Ernährung, et cetera)
- Spezielle Aspekte der Personalentwicklung
- Besonderer Personenschutz (zum Beispiel Verwendungsschutz, psychisch Kranke, ältere Arbeitnehmer, et cetera) - Arbeitsorganisation
- Rechtliche Regelungen
- Arbeitsorganisationsformen - Führungsprinzipien und Führungssysteme
- Betriebsorganisation (zum Beispiel Grundlagen der Unternehmensführung, Grundlagen der Organisationsentwicklung, Arbeitsanforderung: Streß, Burnout, Arbeitssucht, et cetera) - Unternehmenskultur
- Psychologische Analysemethoden - Grundlagen
- Organisationskultur, Betriebsklima
- Konfliktpotentiale im Unternehmen (zum Beispiel Mobbing, sexuelle Belästigung, Zusammenwirken unterschiedlicher Ethnien, et cetera) - Informationstechnologie
Prozeßorientierte Vermittlung von Fertigkeiten/Handlungskompetenz
- Identifikation der Einflußfaktoren
- Allgemeine Voraussetzungen
- Arbeitsplatzbegehung
- Dokumentation - Analyse der identifizierten Einflußfaktoren
- Technische Messungen und Erhebungen - Informationsbeschaffung
- Arbeitsumfeld (zum Beispiel Lärm-, Klima-, Staubmessungen, et cetera)
- Arbeitsmittel (zum Beispiel Beurteilung von Büroarbeitsplätzen)
- Psychologische Analysemethoden zur Erhebung von Führungssystemen und Organisationskultur - Analyse des Leistungspotentials des Mitarbeiters
- Der Mensch als Einflußfaktor - Das ärztliche Gespräch
- Arbeitsumfeld (zum Beispiel Audiometrie, Ergometrie, Lungenfunktionsprüfung)
- Arbeitsmittel (zum Beispiel ergophthalmologische Untersuchungen)
- Arbeitsstoffe (zum Beispiel Hautuntersuchungen)
- Führungssysteme, Organisationskultur (zum Beispiel psychische Eignungstests) - Überprüfung der Kongruenz zwischen Anforderungs- und Leistungsprofil
- Belastung / Beanspruchung
- Begutachtung / Eignung - Erarbeitung eines Grobkonzepts beziehungsweise Erarbeitung eines konkreten Maßnahmenkatalogs
- Arbeitsumfeld - Anpassung der Arbeit an den Menschen (zum Beispiel Lärm, Staub)
- Arbeitsstoffe - Technischer und persönlicher Arbeitnehmerschutz (zum Beispiel primäre Prävention bei chemischen Belastungen, Hautschutz)
- Arbeitsmittel - Angewandte Ergonomie (zum Beispiel Bildschirmarbeitsplatz, manueller Arbeitsplatz im Produktionsbereich)
- Der Mensch als Einflußfaktor (zum Beispiel Gesundheitsförderung und -beratung, psychologische Aspekte von Verhaltensmodifikation, Sucht, Wiedereingliederung)
- Führungssysteme - Arbeitsanforderung (zum Beispiel Streß, Absentismus, Fluktuation, et cetera)
- Organisationskultur - Kommunikation, Gruppendynamik (zum Beispiel Mitarbeiter-, Feedbackgespräch, Konflikt- und Motivationsgespräch, innerbetriebliche Konflikte, et cetera) - Präsentation von Analyse und Maßnahmenkonzept
- Zielvereinbarung
- Umsetzung der Maßnahmen
- Projektmanagement
- Kommunikation als Instrument der Maßnahmenumsetzung (zum Beispiel Teamkommunikation, Überzeugungsgespräch, Verhandlung, Moderation, et cetera) - Bewertung der Wirksamkeit der Maßnahmen
- Qualitätssicherung
- Kommunikation mit der Öffentlichkeit - Beispiele und selbständige Umsetzung des gesamten arbeitsmedizinischen Prozeßablaufs anhand unterschiedlicher Szenarien aus der Arbeitswelt
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