"Kronen Zeitung" vom 26.04.2018 Seite: 20 Ressort: Lokal Bgld, Wi, N.Ö., Vbg
 
Zu wenig Mediziner Aktionsplan für Verbesserungen:

Ärztemangel und Ambulanzen: Verhandlungen in heißer Phase

 
Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin lassen viele Patienten auf die Spitalsambulanzen ausweichen. Die sind natürlich hoffnungslos überfüllt. Hinzu kommt noch der Mangel an Allgemeinmediziner, der in den kommenden Monaten noch akuter wird. Ärztekammer, Kassen und die Stadt Wien tüfteln an einer Lösung.
 
Die Spitalsambulanzen platzen aus allen Nähten. Das verursacht auch hohe Kosten.
Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Es geht um das hohe Niveau unserer Gesundheitsversorgung. Denn nicht nur Landärzte sind rar. Aktuell sind in Wien 15 Kassenstellen für Allgemeinmediziner unbesetzt. Im Jahr 2000 waren es noch 834, und jetzt sind es nur noch 734 Hausärzte, obwohl die Bevölkerung von 1,5 Millionen auf 1,9 Millionen gestiegen ist. Von den Hausärzten gehen in den kommenden 12 Jahren 370 in Pension. Bei den Fachärzten fehlen 16.
Die Ärztekammer kämpft seit Jahren um die Aufwertung des niedergelassenen Bereichs. Dies spare auch noch Geld. So kostet ein Patient im niedergelassenen Bereich im Schnitt um die 50 Euro, im Spital das Doppelte. Als Lösung stehen unter anderem Hausarztaufwertungen auf dem Programm. M. Münzer
 
J. Steinhart, Vizepräsident Ärztekammer
Ich begrüße, dass wir zu konstruktiven Gesprächen gekommen sind. Es ist entscheidend, dass die gemeinsame Überlegung dahin läuft, wie man die Versorgung einer wachsenden Stadt aufrechterhält und verbessern kann.