„Falter" Nr. 05/2018 vom 31.01.2018 Seite 38 Ressort: Stadtleben Von: Anamnese : Birgit Wittstock

Gesundheit!

Die Grippe geht um und Kinder erwischt es meist als Erstes. Was man tun, was vermeiden sollte
 

Dies ist eine Murmeltiergeschichte. Eine, die man jedes Jahr aufs Neue erzählen kann. Oder wie es der Wiener Kinderarzt Rudolf Schmitzberger ausdrückt: "Mit der Grippe verhält es sich, wie mit dem ersten Schneefall in Wien: Jedes Jahr sind alle völlig überrascht, wenn er kommt - und natürlich hat keiner an Winterreifen gedacht. So, wie die wenigsten an die Influenzaimpfung denken."

Hohes Fieber, heftige Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen, Kreislaufstörungen: Das ist mehr als eine Verkühlung, das sind die Symptome einer "echten" Grippe, auch Influenza genannt. Und die hat - wie jedes Jahr zu dieser Zeit -gerade Saison. Alleine vergangene Woche verzeichnete das Wiener Grippemeldesystem rund 10.100 Neuerkrankungen an "echter" Virusgrippe und grippalen Infekten.

Schulklassen und Kindergärten sind derzeit halbleer. Kinder erwischt die Grippe meist zuerst. "Sie haben noch keine Hustenhygiene", erklärt Kinderarzt Schmitzberger. "Man sagt ihnen:'Halt dir die Hand vor den Mund', wenn sie husten oder niesen. Das ist aber völlig kontraproduktiv." Besser wäre es, in die Armbeuge zu husten, denn so würden die Viren nicht auf andere Hände, auf Türklinken und andere Gegenstände verteilt.

Erstmals haben heuer während der Grippesaison jeweils drei niedergelassene Kinderärzte auch am Wochenende ihre Ordination geöffnet. Das gemeinsame Projekt der Stadt, der Wiener Gebietskrankenkasse und der Wiener Ärztekammer wird noch bis Ende März laufen. Alleine am vergangenen Wochenende wurden an die 300 Kinder behandelt. "Kinder erkranken selten ganz schwer", sagt Schmitzberger. Aber man müsse sich jeden Fall genau anschauen, denn die Kinder seien der Motor der Grippewelle. "Sie stecken Eltern und Großeltern an."

Was tun? "Sich gegen Influenza impfen lassen", sagt Rudolf Schmitzberger. "Die Rede vom 'grippalen Infekt' ist irreführend und verharmlosend. Influenza ist eine schwerwiegende Erkrankung, gegen die nur die Impfung hilft." Dass die Durchimpfungsrate in Österreich nur fünf bis zehn Prozent beträgt, liege zum einen am mangelnden Bewusstsein, zum anderen daran, dass jährlich geimpft werden müsse. "Der Impfstoff ist leider nicht optimal, weil sich das Virus auch während der Saison ständig verändert."

Und was hilft, wenn einen die Influenza erwischt hat?"Das Wichtigste ist, das Fieber zu senken. Dazu kann man in Absprache mit dem Arzt verschiedene Medikamente abwechseln. Und sonst: viel Hände waschen, trinken und Suppe essen."

Eine aktuelle Liste der diensthabenden Ärzte finden Sie auf: www.aekwien.at oder Sie rufen den Ärztefunkdienst unter 141