Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

Abschluss der Verhandlungen großer Erfolg für Ärzteschaft
Es ist ein historischer Durchbruch: Nach einer intensiven rund sechsmonatigen Verhandlungsphase präsentierte heute (Freitag, 4. Mai 2018) die Kurie niedergelassene Ärzte der Ärztekammer für Wien gemeinsam mit der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und erstmalig der Stadt Wien das Ergebnis der Honorarverhandlungen für die Jahre 2018 bis 2020 für alle Fachrichtungen. Das Verhandlungsergebnis kann aus Sicht der Ärzteschaft als voller Erfolg gewertet werden. Exemplarisch die wichtigsten Punkte: Die Tariferhöhung liegt je nach Fachgruppe immer über der prognostizierten Inflationsrate und bringt für die Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin und die Kinderärzte sogar eine Tarifanhebung von jeweils 10 Prozent pro Jahr bis 2020 - somit in Summe eine Anhebung um mehr als 30 Prozent! Damit wurde die Zielsetzung zur Aufwertung dieser beiden Fächer, in denen es immer mehr Probleme gibt, Kassenärzte zu finden, voll erreicht und ein historisches Ergebnis paktiert! Darüber hinaus werden von der Stadt Wien auch erstmalig Ordinationsgründungen von Allgemeinmedizinern und Kinderärzten gefördert, Jobsharing-Modelle erleichtert sowie Pilotprojekte zur Einführung von Telemedizin gestartet und vieles mehr, über das wir in den nächsten Tagen und Wochen noch im Detail berichten werden.

Die Ergebnisse werden den niedergelassenen Bereich in Wien wieder attraktiver machen und bieten eine zumindest dreijährige Planungssicherheit für alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

Neu ist auch ein Anreizsystem für größere versorgungswirksame Kassenordinationen: Für Ordinationen und Gruppenpraxen in der Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde, die überdurchschnittlich versorgungswirksam sind und freiwillig zumindest 25 Stunden pro Wochen offenhalten, sind Bonuszahlungen vorgesehen.
Dadurch soll ein Anreiz gesetzt werden, mehr Patienten in Kassenordinationen zu betreuen. Damit wird die vermehrte Logistik dieser großen Einheiten endlich auch abgegolten und das Ziel verfolgt, dass Patienten anstelle von Spitalsambulanzen dann diese niedergelassenen Einheiten aufsuchen. Auch hier ziehen Stadt, WGKK und die Kurie an einem Strang.

Auch für andere niedergelassene Bereiche konnten etliche Verbesserungen erreicht werden: Durch die Einführung des gynäkologischen Ultraschalls ab 1. Juli 2019 im Rahmen einer Honorarposition steigen die Kassenhonorare der Gynäkologen im Jahr 2019 um 75 Prozent, jene der Augenärzte 2020 durch die Einführung der OCT-Untersuchung um 20 Prozent. Damit leistet die Ärzteschaft auch einen wesentlichen Beitrag zu Spitalsentlastung und zur Verlagerung von Leistungen in den niedergelassenen Bereich. Das sind erste Schritte zur Umsetzung dieser uralten standespolitischen Forderung, dass der niedergelassene Bereich aufgewertet werden soll. Dem sollen in den nächsten Jahren weitere Schritte folgen - auch das wurde paktiert.

Eine besondere Herausforderung stellten die Gespräche im Rahmen der endoskopischen Leistungen von Chirurgen und Internisten dar - hier wurde eine Erhöhung der Endoskopieleistungen um knapp 50 Prozent erreicht und damit der alte Streit zwischen Endoskopikern und WGKK beigelegt. Zusätzlich zu diesen Tariferhöhungen konnten auch eine Reihe von Einmalzahlungen in beachtlichem Ausmaß erzielt werden: Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag erhalten rund 7.000 Euro mit Auszahlung des 4. Quartals 2018, Fachärzte mit Auszahlung des 1. Quartals 2019 ebenfalls rund 7.000 Euro.

Freiwillig ist auch ein Codierungsprojekt für Allgemeinmediziner, in welchem Kolleginnen und Kollegen, die freiwillig codieren, eine Abgeltung von der WGKK erhalten. Auch hier wurde einer Forderung der Ärzteschaft nachgekommen.

Das Jobsharing-Modell wurde im Zuge der Verhandlungen weiterentwickelt und liberalisiert: Unter anderem wird die Vertretung des Jobsharing-Partners künftig ermöglicht und dieser kann auch eine Wahlarztordination an einem anderen Standort betreiben. Auch die Regelungen für Ordinationszeiten und Vertretungen in Gruppenpraxen wurden liberalisiert. Die bisher geforderte "tunlichst gegenseitige Vertretung" wurde gestrichen.

Als zusätzliches Serviceangebot für die Patienten werden ab 1. Juli 2019 in einem Pilotprojekt für die Fachgruppen Allgemeinmedizin, Kinderheilkunde und Gynäkologie telemedizinische Konsultationen die Kommunikation modernisieren und diese Leistung für den Vertragsarzt auch abrechenbar machen.

Schließlich wurde vereinbart, dass spätestens ab 2019 der kinderärztliche Wochenend- und Feiertagsdienst dauerhaft finanziert wird und damit weitergeführt werden kann.

Das Verhandlungsergebnis ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Gesundheitsversorgung in Wien langfristig zu sichern, gibt den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten Planungssicherheit und trägt zur Attraktivierung des niedergelassenen Bereichs bei. Die Stadt Wien ist voll an Bord und war auch bereit im Zuge der Verhandlungen mit der WGKK und der Kurie niedergelassene Ärzte eine Vereinbarung über Projekte der Mitfinanzierung zu unterschreiben.

Die entsprechende Punktation, die anlässlich einer Pressekonferenz heute unterfertigt wurde, sowie die gemeinsame Presseaussendung finden Sie hier:
Presseaussendung
Punktation (PDF)

Wir halten Sie über die Umsetzung der Verhandlungsergebnisse auf dem Laufenden und informieren Sie weiter über die Details des Abschlusses.

 

 


Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen.


Diese bitte an: kurie.ng@aekwien.at

Mit kollegialen Grüßen
Ihre Kurie niedergelassene Ärzte