Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

E-Paket - Neuerungen
Wie bereits in den Kuriennews vom 8. Dezember 2017 und vom 22.Dezember 2017 berichtet, gab es mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und dem Bundesministerium für Gesundheit eine Reihe von Gesprächen zu E-Themen, die nun einvernehmlich (Beschluss im Hauptverband am 20.Dezember 2017) abgeschlossen werden konnten.

Aufgrund diverser unvollständiger und teilweise unrichtiger und verkürzter Medienberichte in den letzten Tagen möchten wir Sie nochmals über den aktuellen Stand informieren:

Das elektronische Überweisungs- und Zuweisungssystem wird in den Medien oft EBS (elektronisches Bewilligungssystem) genannt. Es handelt sich dabei aber um kein Bewilligungssystem vergleichbar dem ABS, sondern um ein ausschließlich elektronisches Zuweisungssystem z.B. für CT und MR. Es ist erstmals gelungen, dass sowohl Anschub als auch Folgekosten komplett von der Sozialversicherung übernommen werden. Die genauen Details wie Ablauf und Zeitpunkt der Implementierung, Zeitpunkt des Ersatzes der EDV-Kosten etc. werden im Laufe des Jahres noch ausverhandelt. Derzeit ist somit sowohl das genaue Procedere als auch der österreichweite Rollout-Plan noch völlig offen. Es besteht hier also vorerst für Sie keinerlei Handlungsbedarf und bei Fragen von Patientinnen und Patienten weisen Sie bitte darauf hin, dass vereinbart wurde, dass mit 2018 der Beginn der Implementierung ist. Über die zahlreichen Details werden wir Sie noch gesondert informieren.

Paktiert ist allerdings, dass mit Einführung des EBS jedenfalls auch der VU-Tarif auf 91 Euro ansteigen wird.

Darüber hinaus wurde Mitte Dezember 2017 eine ELGA-Verordnungsnovelle erlassen, mit der die E-Medikation österreichweit umgesetzt werden soll. Durch die geplante E-Medikation sehen alle Ärztinnen und Ärzte beim Stecken der E-Card, sofern kein Opt-out erfolgt ist, welche Medikamente für den betreffenden Patienten verordnet und auch abgegeben wurden.

Wir haben in den Verhandlungen großen Wert daraufgelegt, dass Wien als absolut letztes Bundesland ausgerollt wird. Das wird im Sommer 2019 sein. Bis dahin können wir Erfahrungswerte aus den anderen Bundesländern sammeln und Problemfelder rechtzeitig vermeiden. Somit haben Sie auch bei der E-Medikation vorerst keinen akuten Handlungsbedarf.

Die Übergangsfristen sehen überdies vor, dass folgende Ärztinnen und Ärzte von der Speicherverpflichtung ausgenommen sind:

  • alle Ärztinnen und Ärzte ohne Kassenverträge bzw. nur mit KFA-Vertrag oder VU-Verträgen.
  • alle Kassenärzte, die nicht hier angeführt werden.
  • alle Kassenärzte, die vor dem 1. Oktober 1953 geboren sind.
  • alle Kassenärzte in Einzelordinationen, die vor dem 1. Oktober 1959 geboren sind und alle Kassenverträge vor dem 1. Oktober 2019, spätestens per 30. September 2020 kündigen werden.

Außerdem dürfen wir Sie informieren, dass es gelungen ist, die Speicherverpflichtung in ELGA für Vertragsärzte und Vertragsgruppenpraxen der Sonderfächer medizinisch-chemische Labordiagnostik, Hygiene und Mikrobiologie sowie Radiologie zu streichen.

Zudem ist auch hier sichergestellt, dass die Kosten der Implementierung der E- Medikation durch das BMG und die laufenden Kosten durch eine eigene Honorarposition bei der WGKK abgegolten werden. Kolleginnen und Kollegen in Vorarlberg haben das System zudem getestet und berichtet, dass es gut funktioniert und zusätzliche Informationen bietet. Damit sind bei der E-Medikation die beiden wichtigsten Punkte, die wir als Standesvertretung immer gefordert haben - Usability und Finanzierung - gesichert, sodass wir zustimmen konnten.

E-Medikation ist ein Teil von ELGA, aber bei Weitem nicht das Kernstück. Bei den Befunden, die den Kern von ELGA darstellen, sind wir von Usability und gesicherter Finanzierung immer noch weit weg. Daher sind eine Speicherung bzw. ein Auslesen der Befunde noch in weiter Ferne. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, diese Teile einmal zu evaluieren. Über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie stets auf dem Laufenden halten. 

 


Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen.


Diese bitte an: kurie.ng@aekwien.at

Mit kollegialen Grüßen
Ihre Kurie niedergelassene Ärzte