DON'T SMOKE: Ärztekammer und Krebshilfe nehmen im Parlament erstmals Stellung

„Jeden Tag, an dem das derzeitige Gesetz gilt, gefährdet die Bundesregierung Menschenleben in Österreich"

881.692 Österreicherinnen und Österreicher haben im vergangenen Jahr das Nichtraucherschutz-Volksbegehren „DON'T SMOKE" unterschrieben. Damit ist es das erfolgreichste parteilose Volksbegehren in der Geschichte Österreichs. Heute, Mittwoch, wird erstmals darüber im Gesundheitsausschuss des Nationalrats im Österreichischen Parlament beraten.

„Die Politik muss den ausdrücklichen Willen der Bevölkerung, für mehr Gesundheit in der Gastronomie zu sorgen, raschest umsetzen", fordern die im Ausschuss anwesenden „DON'T SMOKE"-Initiatoren, Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und Krebshilfepräsident Paul Sevelda.

„Jeden Tag, an dem das derzeitige Gesetz gilt, gefährdet die Bundesregierung Menschenleben in Österreich", betont Szekeres. Er verweist darauf, dass sich Österreich im vergangenen Halbjahr der EU-Ratspräsidentschaft in puncto Gesundheit „international nicht besonders profiliert" hat: „Österreich gehört beim Nichtraucherschutz nach wie vor zu den Schlusslichtern in Europa."

Für Sevelda ist eine „Heuchelei", dass zum Jahresbeginn die Bundesregierung zwar ihre neue Kampagne für einen gesünderen Lebensstil präsentierte, die evidenzbasierte Prävention durch Nichtrauchen und der Schutz vor Passivrauch darin jedoch keine Berücksichtigung fänden. Hier werde die Gesundheit der Österreicher, vor allem der Arbeitnehmer, „grobfahrlässig aufs Spiel gesetzt".

„Leere Versprechungen der Bundesregierung"

Selbst die im letzten Jahr seitens der Bundesregierung halbherzig propagierte Absicht, einen Schutz für Kinder und Jugendliche einzuführen, wird laut Ärztekammer und Krebshilfe „einfach ignoriert". So wird das von der Bundesregierung stets in der Nichtraucherschutz-Diskussion entgegengestellte und ursprünglich angekündigte Betretungsverbot von Raucherlokalen für unter 18-Jährige auf Bundesebene nicht umgesetzt, ebenso wenig wie der Schutz von Gastronomielehrlingen.

„Unsere Jugend muss sich weiterhin in Raucherräumen aufhalten beziehungsweise dort arbeiten", beurteilen Szekeres und Sevelda die „leeren Versprechen der Bundesregierung" und fordern diese auf, „sich der Diskussion im Parlament im Frühjahr zu stellen und endlich im Sinne der Gesundheit aller den Nichtraucherschutz in Österreich auch umzusetzen." (ast)

(S E R V I C E – Mehr Informationen und Details zum Volksbegehren sowie zum Thema Nichtraucherschutz finden Sie unter www.dontsmoke.at.)