Förderung von Ordinationsgründungen in Wien-Favoriten: Erste Praxis eröffnet

Stadt Wien, WGKK und Wiener Ärztekammer stärken medizinische Versorgung

Die Stärkung der medizinischen Versorgung in der Bundeshauptstadt ist der Stadt Wien, der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und der Wiener Ärztekammer ein großes Anliegen. Aus diesem Grund wurde beim letzten Honorarabschluss eine Förderung von Ordinationsgründungen beschlossen, die vonseiten des Wiener Gesundheitsfonds finanziert wird. Allgemeinmediziner, die sich im 10. Wiener Gemeindebezirk ansiedeln, erhalten ein Startkapital von 44.000 Euro. Kinderärzte können ebenfalls mit dieser Unterstützung rechnen - allerdings wienweit.

Am 1. April 2019 eröffnete die erste Ordination, die eine Förderung erhielt. Es ist die Praxis von Allgemeinmedizinerin Michaela Schrödl in Wien 10. „Wir rechnen damit, dass in naher Zukunft weitere Ärztinnen und Ärzte die Unterstützung in Anspruch nehmen. Sollte sie sich bewähren, hoffen wir, die Unterstützung fortführen zu können", so WGKK-Obfrau Ingrid Reischl und Johannes Steinhart, Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, unisono. „Wir werden uns das Projekt im Laufe des Jahres genau anschauen, und dann weitere Gespräche dazu führen", ergänzt Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Hacker: „Mit dem Ausbau der niedergelassenen Versorgungsstruktur wird die Österreichische Gesundheitskasse erstmals auf den Prüfstand gestellt – nämlich, wie weit sie zu bereits beschlossenen Projekten steht. Das gilt natürlich auch für weitere Schritte zur Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung, wie den in der Gesundheitsplattform beschlossenen 400 zusätzlichen Ärztinnen und Ärzten im ambulanten Bereich bis 2025 oder für die 36 Primärversorgungseinheiten, die wir ebenfalls für die kommenden Jahre geplant haben. Wir müssen in Zukunft die Struktur der Spitalsambulanzen und die Struktur der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte jedenfalls noch enger verknüpfen, um die Wartezeiten für die Patienten deutlich zu reduzieren. Mit den Erstversorgungsambulanzen, die wir in den städtischen Krankenhäusern errichten werden, setzen wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung – diese Ambulanzen werden die Patienten durch unser Gesundheitssystem leiten und eine engere Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Bereich bringen."

„Die Eröffnung der Ordination zeigt, dass wir mit unseren Maßnahmen den richtigen Weg eingeschlagen haben", betont WGKK-Obfrau Ingrid Reischl. Zuletzt gab es in Wien-Favoriten öfters Probleme, Stellen nachzubesetzen – damit soll jetzt Schluss sein: „Wir erwarten, dass mittelfristig zehn Ärztinnen und Ärzte im 10. Bezirk von der finanziellen Unterstützung profitieren werden", unterstreicht Reischl, die hinzufügt: „Auch die kinderärztliche Versorgung wird durch die Förderung verbessert – hier sogar in ganz Wien. Einige Kinderärzte werden in Kürze einen Vertrag mit uns unterschreiben. Sie erhalten dann auch eine finanzielle Unterstützung. Mit dieser Maßnahme sichern und verbessern wir gemeinsam die Gesundheitsversorgung der Wienerinnen und Wiener."

Für Johannes Steinhart, den Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, ist die Förderung zur Ordinationsgründung ein wichtiger Schritt, um auch Jungmediziner zu motivieren, gerade in den Fächern Allgemeinmedizin sowie Kinder- und Jugendheilkunde, wo bereits ein akuter Ärztemangel spürbar ist, den Weg in die Niederlassung zu gehen. „Nur zwei von 100 Medizinstudierenden wollen Hausärzte werden. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Bedingungen für niedergelassene Allgemeinmediziner im Kassensystem als ungünstig wahrgenommen werden. Mit den Maßnahmen des letzten gemeinsamen Honorarabschlusses wurde das positiv verändert. Als Ärztekammer bieten wir zusätzlich für Neueinsteiger in die Niederlassung ein eigenes Gründerservice ‚Go2Ordi‘ für Praxisgründer an", so Steinhart.

Michaela Schrödl, Betreiberin der Ordination in der Gudrunstraße, betont, dass „die Förderung extrem hilft. Nahezu alle Ärztinnen und Ärzte benötigen einen Kredit, um eine Ordinationsgründung stemmen zu können. Da hilft eine finanzielle Unterstützung schon sehr".

V.l.n.r.: Johannes Steinhart (Vizepräsident der Ärztekammer), Ingrid Reischl (WGKK-Obfrau), Michaela Schrödl (Ordinationsinhaberin), Peter Hacker (Wiener Gesundheitsstadtrat)

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