Kollektivvertrag Privatkrankenanstalten: Dritte Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen

Ärztekammer und Gewerkschaft vida nicht zufrieden – Weismüller: „Angebot derzeit unter der Inflationsrate" 

Die bereits dritte Verhandlungsrunde zwischen Ärztekammer und Gewerkschaft vida mit den Arbeitgebern zu den Kollektivverträgen in Privatkrankenanstalten wurde gestern, Mittwoch, ergebnislos abgebrochen. „Das derzeitige Angebot, das vom Versicherungsriesen UNIQA/PremiQaMed dominiert wird, ist absolut inakzeptabel", so der Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, Wolfgang Weismüller. 

„Wir haben langsam das Gefühl, dass sogar ein Nichtabschluss angestrebt wird", kommentiert Weismüller den vorliegenden Entwurf der Arbeitgeberseite. So etwas überhaupt anzubieten gleiche „einer Ohrfeige für Ärztinnen und Ärzte".

Konkret beinhaltet das Angebot der Arbeitgeber eine Lohnerhöhung zwischen 1,76 bis 2,17 Prozent bei Fachärzten und 1,81 bis 2,17 Prozent bei Allgemeinmedizinern, je nach Stufe, auf die derzeitigen Lohn- und Gehaltstabellen. „Damit wären wir in einigen Gehaltsstufen unter der Inflationsrate, und das würde vor allem langjährige Mitarbeiter treffen. Vor allem muss man die Gehälter der Allgemeinmediziner massiv anheben, weil diese noch mehr als 1.000 Euro pro Monat unter jenen des Wiener Krankenanstaltenverbunds liegen", so Weismüller.

Durch diese ungerechte Behandlung von Allgemeinmedizinern ist es für Weismüller „nicht weiter verwunderlich, dass junge Ärztinnen und Ärzte diesen Beruf nicht ergreifen wollen".

Es sei erstaunlich, dass seitens der Arbeitgeber so wenig geboten werde, da aktuell 10 Prozent mehr staatliche Gelder in die Privatkrankenanstalten fließen, hinterfragt Weismüller: „In absoluten Zahlen bedeutet die Erhöhung des öffentlich subventionierten Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds satte 15 Millionen Euro."

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 27. Februar 2019 statt. „Wir hoffen sehr, dass die Arbeitgeberseite bis dahin ein ernst zu nehmendes Angebot ausarbeiten wird", appelliert Weismüller. „Andere große vergleichbare Kollektivverträge wurden mit mehr als 3 Prozent Erhöhung abgeschlossen." (ast)