Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

Einigung mit dem Hauptverband über bundesweiten PVE-Gesamtvertrag
Gemeinsam mit dem Hauptverband haben wir diese Woche die Ergebnisse unserer Verhandlungen zum bundesweiten Gesamtvertrag für Primärversorgungseinheiten (PVE) vorgestellt.

Es ist uns gelungen, in der vom Gesetzgeber verlangten Vereinbarung unsere Forderungen und Bedenken unterzubringen. Vor allem aber haben wir es geschafft, dass der künftig bundesweit geltende PVE-Gesamtvertrag nur den Charakter eines Rahmenvertrags haben wird und für regionale Erfordernisse und entsprechende detaillierte Ausgestaltung genügend Platz bietet. Damit ist gewährleistet, dass wir in den Detailverhandlungen auf Länderebene ganz konkret auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten, der Ärzteschaft sowie anderer in Primärversorgungseinheiten beschäftigter Berufsgruppen regional eingehen werden können. Das war uns besonders wichtig und auch die größte Herausforderung, die sehr heterogene allgemeinmedizinische Versorgungsstruktur in diesem österreichweiten Gesamtvertrag bestmöglich abzubilden - denn in keinem anderen Fachgebiet sind die regionalen Unterschiede so deutlich wie in der Allgemeinmedizin. Die allgemeinmedizinische Versorgung und die daraus entstehenden Bedürfnisse für Ärztinnen und Ärzte sowie für Patientinnen und Patienten stehen nun einmal im ruralen Bereich vor ganz anderen Herausforderungen als etwa in urbanen Gebieten. Dementsprechend wird in zahlreichen Passagen des neuen Gesamtvertrags auf regionale Gegebenheiten und diesbezüglich noch zu vereinbarende regionale Regelungen verwiesen.

Uns war es besonders wichtig, unserem Gegenüber bei den Verhandlungen zu vermitteln, dass Primärversorgungseinheiten nur eine potenzielle Alternative der Primärversorgung neben den weiter existierenden Hausärzten und Gruppenpraxen sind und die Hausärzte nicht ersetzen, sondern sie ergänzen. Die allgemeinmedizinische Versorgung wird in Österreich auch weiterhin überwiegend bei den Hausärzten liegen.

Auch in einem weiteren Punkt konnten wir uns mit unseren Forderungen durchsetzen: Im neuen PVE-Gesamtvertrag werden Zentren und Netzwerke gleichrangig behandelt. Es wird dementsprechend auch die Möglichkeit geben, dass sich Hausärzte regional zu einer Primärversorgungseinheit zusammenschließen und in ihren Ordinationen die Versorgung strukturiert aufeinander abstimmen, ohne sich an einem gemeinsamen Ort zusammenzuschließen zu müssen. Es können somit Primärversorgungseinheiten gegründet werden, ohne den Einzelordinationsstandort zu verlegen. Dadurch geht die wohnortnahe Versorgung in den Gemeinden nicht verloren und die Patientinnen und Patienten ersparen sich aufwendige Anfahrtswege, was gerade im ländlichen Bereich für ältere, nicht mehr mobile Patientinnen und Patienten oft sonst nicht bewältigbar wäre.

Mit der Wiener GKK haben wir schon vor Wochen Gespräche aufgenommen, damit wir in Wien Kolleginnen und Kollegen, die dies wünschen, die Möglichkeit weiterer PVE - aktuell vorerst nur Zentren für bestehende Vertragsgruppenpraxen mit drei Allgemeinmedizinern als Gesellschafter - ermöglichen. Diese Gespräche sind in der Endphase und sollen bis Mitte Mai abgeschlossen werden. Die Ergebnisse werden dann der Kollegenschaft natürlich präsentiert. Definitiv falsch sind Medienmeldungen, dass im Mai neue PVE in Wien eröffnen.

Über alle Details des Vertrags und vor allem die konkreten Auswirkungen für Wien werden wir Sie - vorbehaltlich der noch ausständigen Zustimmung der zuständigen Gremien - in weiteren Rundschreiben informieren.
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Information des Hauptverbands zum Ende der Grippewelle
Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger informiert in einem Rundschreiben, dass die Krankenstandszahlen im Zusammenhang mit der Grippewelle signifikant zurückgegangen sind und daher angenommen werden kann, dass die Grippewelle mit 3. April 2018 zu Ende sei. Mit dem verlautbarten Ende der Grippewelle endet auch die Dokumentationspflicht (RE2) für Tamiflu 75mg Hartkapseln, Taiflu 6mg/ml Pulver z. H.e. Sups.z.Einehmen und Relenza 5mg/Dosis Plv. Z. Inh. Es kann eine Kostenübernahme nur mehr nach vorheriger chef(kontroll)ärztlicher Bewilligung im Einzelfall erfolgen.
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Ärztekammer zu eKOS: Vor Rollout Schwachstellen sanieren
Da die hohen Erwartungen an das elektronische Kommunikationsservice eKOS in der Pilotphase bisher in einigen Punkten nicht erfüllt wurden und bevor Schwachstellen, über die anwendende Ärztinnen und Ärzte berichten, nicht behoben sind, wird es seitens der Ärztekammer keine Empfehlung für den Einsatz von eKOS geben. eKOS ist vom Ansatz her durchaus ein sinnvolles Produkt und könnte Ärztinnen und Ärzten etwa administrative und zeitliche Entlastung bringen. Solange jedoch eKOS administrativ, technisch und bezüglich Benutzerfreundlichkeit hinter den Erfordernissen der Anwender zurückbleibe, besteht Sanierungsbedarf, der auch den ursprünglichen Zeitplan infrage stellt.
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Final Call: "Geriatrische Versorgung in Wien im Kontext des demografischen Wandels"
Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) führt im Auftrag der Ärztekammer für Wien eine kurze Befragung zum Thema Geriatrie durch. Da das Ziel der Studie eine Ärztebedarfsprognose ist, bitten wir auch Kolleginnen und Kollegen, die nicht im geriatrischen Bereich tätig sind, an der Umfrage teilzunehmen. Wir bitten Sie, den Online-Fragebogen bis Donnerstag, 11. April 2019, 23.59 Uhr zu beantworten. Sollten Sie den Zugangscode, der zur Teilnahme berechtigt, noch nicht via E-Mail erhalten haben, bitten wir um Rückmeldung an kurie.ang@aekwien.at
Die Teilnahme an der Befragung ist selbstverständlich freiwillig. Ihre Angaben werden streng vertraulich und mit größter Sorgfalt behandelt. Mit der Durchführung und Bearbeitung der Daten ist das WIFO beauftragt, die Ärztekammer für Wien hat dabei zu keinem Zeitpunkt Zugang zu Ihren Antworten und erhält nur die bereits zusammengefassten, anonymisierten Ergebnisse.


Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen.


Diese bitte an: kurie.ng@aekwien.at

Mit kollegialen Grüßen
Ihre Kurie niedergelassene Ärzte