FAQs e-Medikation

 

Verpflichtung und Ausnahmen

Für wen gilt die Nutzungsverpflichtung?

Ärztinnen und Ärzte die in einem Vertragsverhältnis zu einem Träger der gesetzlichen Sozialversicherung stehen (GKK, BVA, SVA, VAEB).
Die e-Medikation ist nicht verpflichtend für Ärztinnen und Ärzte die nur einen KFA und/oder einen VU-Vertrag haben. 

Vertragsärztinnen und Vertragsärzte (auch Vertragsgruppenpraxen), soweit sie

  1. Ärztinnen oder Ärzte der Allgemeinmedizin oder
     
  2. Fachärztinnen oder Fachärzte einer der internistischen Sonderfächer im Sinne des § 15 Abs. 1 Z 11 Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung 2015 oder
     
  3. Fachärztinnen oder Fachärzte einer der folgenden Sonderfächer sind:
    1. Augenheilkunde und Optometrie,
    2. Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
    3. Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
    4. Haut- und Geschlechtskrankheiten,
    5. Kinder- und Jugendheilkunde,
    6. Kinder- und Jugendpsychiatrie,
    7. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutische Medizin,
    8. Lungenkrankheiten,
    9. Neurologie,
    10. Neurologie und Psychiatrie,
    11. Orthopädie und Orthopädische Chirurgie,
    12. Orthopädie und Traumatologie,
    13. Psychiatrie,
    14. Psychiatrie und Neurologie,
    15. Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin,
    16. Urologie.

 

Wer ist von der Nutzungsverpflichtung ausgenommen?

Vertragsärztinnen und Vertragsärzte (auch Vertragsgruppenpraxen), soweit sie
Fachärztinnen oder Fachärzte einer der folgenden Sonderfächer sind:

  1. Chirurgie
  2. Hygiene und Mikrobiologie
  3. Medizinische und chemische Labordiagnostik
  4. Physikalische Medizin und Allgemeine Rehabilitation
  5. Radiologie


 Weiters Ärztinnen und Ärzte ,

  1. deren Einzelvertrag aufgrund der im anzuwendenden Gesamtvertrag festgelegten Altersgrenze innerhalb von vier Jahren ab dem gemäß Region angeführten
    Verpflichtungszeitpunkt jedenfalls endet
    (dh. alle Ärztinnen und Ärzte älter als 66 Jahre)

oder

  1. deren Einzelvertrag aufgrund der im anzuwendenden Gesamtvertrag festgelegten Altersgrenze innerhalb von zehn Jahren ab dem anzuwendenden

Verpflichtungszeitpunkt in der Region jedenfalls endet, sofern sie sich bis zum jeweiligen Verpflichtungszeitpunkt schriftlich gegenüber dem jeweiligen Träger der Krankenversicherung verpflichten, ihren Einzelvertrag innerhalb eines Jahres ab dem gemäß anzuwendenden Verpflichtungszeitpunkt zurückzulegen ( dh. alle Ärztinnen und Ärzte, die das 60 Lebensjahr überschritten haben und binnen einem Jahr den Kassenvertrag zurücklegen)

Für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, die entgegen der schriftlichen Verpflichtungserklärung nach Ablauf der einjährigen Frist in einem aufrechten Vertragsverhältnis zu einem Träger der Krankenversicherung stehen, gilt die Speicherpflicht ab Ende der einjährigen Frist.
 

Was passiert, wenn ich trotz Nutzungsverpflichtung nicht an der e-Medikation teilnehme?

  • Sie verlieren die Möglichkeit auf Erstattung der Anschubfinanzierung von EUR 1314.-- die Einreichfrist Endet mit 30. November 2019.
  • Eventuell werden Sie Patientinnen und Patienten darauf ansprechen, warum Sie nicht an der e-Medikation teilnehmen.

Im zweiten Quartal 2020 wird die Verwendung von ELGA e-Medikation beobachtet und beurteilt. Es gibt keine festgeschriebenen Sanktionen bei Nichtverwendung trotz gesetzlicher Verpflichtung, dennoch muss mit Konsequenzen seitens Sozialversicherung gerechnet werden.
 

Kann ich als Wahlarzt auch freiwillig an der e-Medikation teilnehmen?

Ja, vorausgesetzt Sie haben ein e-card System bzw. einen e-card Anschluss.

Sollten Sie noch keinen e-card Anschluss haben und interessiert sein, kontaktieren Sie hierfür als niedergelassener Wahlarzt in Wien bitte die WGKK, um sich eine Zusage der Sozialversicherung zum Abschluss eines Wahlpartner Vertrages einzuholen.

Wie auch der Vertragsarzt, muss danach der e-card Anschluss (und die entsprechenden Geräte: GINA Box, Steckkartenlesegerät, Router) bei einem der drei Provider (A1, Magenta, Hutchison DREI) bestellt werden.

Nun, oder wenn man bereits über ein e-card System verfügt, kann man das e-Medikationstool beim Softwarehersteller bestellen und installieren lassen.

Bei e-Medikation als integrierter Arztsoftwarelösung erhalten Sie auch als Wahlarzt den Betrag von EUR 1314.- für die Anschubfinanzierung retour. Bitte beachten Sie hierfür dieselben Schritte, die auch den Vertragsarzt betreffen.

 

Termine und Voraussetzungen

Wann sind die verpflichtenden Nutzungstermin nach Region?

Region 1
ab dem 11. Juli 2019 in den folgenden Wiener Gemeindebezirken:
21. Bezirk und 22. Bezirk

Region 2
ab dem 25. Juli 2019 in den folgenden Wiener Gemeindebezirken:
2. Bezirk, 10. Bezirk und 11. Bezirk

Region 3
ab dem 8. August 2019 in den folgenden Wiener Gemeindebezirken: 1. Bezirk, 3. Bezirk, 4. Bezirk, 5. Bezirk, 6. Bezirk, 7. Bezirk, 8. Bezirk, und 9. Bezirk

Region 4
ab dem 29. August 2019 in den folgenden Wiener Gemeindebezirken: 16. Bezirk, 17. Bezirk, 18. Bezirk, 19. Bezirk und 20. Bezirk

Region 5
ab dem 19. September 2019 in den folgenden Wiener Gemeindebezirken: 12. Bezirk, 13. Bezirk, 14. Bezirk, 15. Bezirk und 23. Bezirk

 

Was passiert, wenn ich die Deadline für meinen Rollout Termin aus organisatorischen Gründen nicht einhalten kann?

Bitte melden Sie sich in dieser Sache kurz in der Ärztekammer für Wien – die Kontaktdaten finden Sie rechts.
 

Gibt es Informationsveranstaltungen zur e-Medikation?

Falls Sie sich zu einer Informationsveranstaltung anmelden möchten, kommen Sie hier zu den Terminen und zur Online-Anmeldung für Sie und Ihre interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos und wird mit zwei Fortbildungspunkten approbiert.


Was ist die technische Voraussetzung für die Nutzung der e-Medikation?

Grundsätzlich ein e-card Anschluss und damit ergeben sich folgende Nutzungsvarianten:

  • Mittels eines Moduls für e-Medikation innerhalb der Arztsoftware. Bei dieser Variante passiert eine automatische Verknüpfung mit der Rezeptausstellung.
  • Alternativ zu einer Software-Integration wird über das e-card System eine Web-Oberfläche angeboten, mit der die Basisfunktionen von ELGA abgedeckt werden. Diese ist einfach mit einem aktuellen Browser und Betriebssystem zu verwenden. Informationen zur Nutzung und Bedienung der Web-Oberfläche finden Sie hier im aktuellen Vertragspartner-Benutzerhandbuch.
    Bei dieser nicht integrierten Variante ist keine Verknüpfung mit der Rezeptausstellung möglich. Es kann aber der QR-Code über den Webbrowser ausgedruckt und zum Rezept dazu geheftet werden.
 

 

Finanzierung, Förderung, Zuschuss

Welche Finanzierung bzw. welchen Zuschuss erhalte ich bei Integration des Moduls für die e-Medikation in meiner Arztsoftware?

Im Zuge der Inbetriebnahme der e-Medikation ist es möglich, für die Integration der ELGA-Funktionalitäten in Ihre Arztsoftware eine Anschubfinanzierung bzw. Förderung zu bekommen, die Sie mit der Installierung der Software beantragen können. Diese Anschubfinanzierung pro Ärztin/Arzt beträgt einmalig max. EUR 1.314.- (Lizenz, Installation, Schulung eines integrierten Softwaretools, das die ELGA Funktionen umfasst).
Ergänzend können Sie ein laufenden Wartungskostenzuschuss von EUR 20.- pro Monat erhalten.


Wie komme ich zu meiner Anschubfinanzierung bzw. Förderung?

Grundsätzlich wurden die Softwarehersteller dazu angehalten, die Ärztinnen und Ärzte beim Förderansuchen zu unterstützen. Die Förderung kann ausschließlich online und unter Verwendung des vom Arztsoftwarehersteller bereitgestellten Zugangs zur WebApp gestellt werden. Für das Ansuchen erforderlich sind die Stammdaten, Bankdaten, der Beleg des Moduls und die (elektronische) Signatur.
Bei der Bestellung bzw. bei Installation des Moduls wird das Produkt bereits vom Arztsoftwarehersteller bei ELGA-AKTIV registriert/angemeldet.

Die Einreichung der Anschubfinanzierung erfolgt über die Anmeldung beim „ELGA-AKTIV-PORTAL" https://www.elga-aktiv.gv.at/login bzw. per E-Mail an elga.aktiv@elga.gv.at.

Das Förderungsansuchen ist von der Ärztin bzw. dem Arzt jedenfalls elektronisch zu signieren. Ist keine elektronische Signatur verfügbar, ist das Förderungsansuchen (Daten der WebApp und Förderungsbedingungen) auszudrucken, eigenhändig/rechtsgültig zu unterfertigen, zu scannen und im .pdf-Format in die WebApp hochzuladen.

Variante 1: Arztsoftwarehersteller erstellt unmittelbar beim Installationstermin gemeinsam mit Ihnen das Förderansuchen, lädt die Rechnung hoch und Ärztin/Arzt muss das Ansuchen nur noch elektronisch oder händisch signieren und damit abschließen.

Variante 2: Softwareanbieter schicken der Ärztin/dem Arzt ein E-Mail mit einem Link und den Login Daten für ELGA-AKTIV, Ärztin/Arzt muss Rechnung selbst hochladen das Förderansuchen noch digital oder händisch signieren und damit abschließen.

Achtung, Sie erhalten ein E-Mail von dieser no-reply@elga-aktiv.gv.at Adresse retour – das ist in diesem Fall kein Spam!

  • Eine Anleitung zur Erstellung der digitalen Signatur finden Sie hier.
  • Falls Sie das Ansuchen händisch signieren möchten, finden Sie hier ab Punkt 11 eine Anleitung dazu.

Sie müssen den ANTRAG jedenfalls selbst unterschreiben und abschließen!

Den gesamten Leitfaden durch die Antragstellung finden Sie hier.

Voraussetzung zur Erstattung der Anschubfinanzierung ist mindestens ein erfolgreicher Zugriff in ELGA e-Medikation, die reine Installation ist nicht ausreichend.
 

Wie lange dauert es, bis ich meine Förderung erhalte?

Nach dem Hochladen des Förderungsansuchens wird die Förderwürdigkeit durch die ELGA GmbH überprüft, danach überprüft das Bundesministerium für Gesundheit die Förderung und ein bis zwei Monate nach erfolgter Freigabe wird die Anschubfinanzierung auf Ihr bekanntgegebenes Konto überwiesen.

Die Kosten der Implementierung der e-Medikation werden vom zuständigen Bundesministerium getragen.


Bis wann kann ich mein Förderansuchen spätestens stellen?

Das Förderansuchen muss spätestens bis 30. November 2019 gestellt werden.
Siehe auch hier in der Förderrichtlinien unter Punkt 10 Geltungsdauer.

An wen kann ich mich zum Status meines Förderansuchens wenden?

Hierzu hilft Ihnen die ELGA-Serviceline telefonisch unter 050 124 44 22 bzw. per E-Mail unter support@elga-serviceline.at gerne weiter.
 

Bekommt man in einer Gruppenpraxis die Anschubfinanzierung bzw. Förderung pro Gesellschafter?

Die Förderung bzw. die Anschubfinanzierung wird pro Gruppenpraxis ausbezahlt und nicht pro Gesellschafter.
Details dazu finden Sie hier in der Förderrichtlinie im Kapitel 3.2.


Bekomme ich laufende Wartungskosten und wie komme ich zur Rückerstattung?

Als Vertragspartner der WGKK, BVA, SVA und VAEB erhalte ich EUR 20.- Wartungskostenzuschuss pro Monat

Wenn der Wartungskostenzuschuss nicht beim Installationstermin gemeinsam mit dem Antrag auf Förderung aus dem Förderprogramm „ELGA AKTIV" gestellt wurde, kann ein Scan des hier verlinkten und unterschriebenen Formulars per Mail an emed-rollout@svc.co.at gesendet werden.
Alternativ kann das unterzeichnete Formular postalisch an
Sozialversicherungs-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsges.m.b.H. – SVC
z.H.: PMO
Ernst-Melchior-Gasse 22
A-1020 Wien,
gesendet werden.

WGKK
Vertragsärzte und Vertragsgruppenpraxen mit einem kurativen Einzelvertrag zu einer Gebietskrankenkasse, die e-Medikation integriert über Vertragspartnersoftware verwenden, erhalten einen EDV Wartungskostenzuschuss in Höhe von EUR 20.- pro Monat ab dem ersten Verwendungsmonat von e-Medikation

Die laufenden Wartungskosten von EUR 20.- pro Monat werden mit der patientenunabhängigen Verrechnung der eigens dafür geschaffenen Honorarposition eMED1 abgegolten und mit der jeweiligen Quartalszahlung ausbezahlt. Es ist also erforderlich, diese Position einmal pro Monat patientenunabhängig zu verrechnen.
Vorab muss der Zuschuss im Rahmen der Beantragung der Förderung aus dem Förderungsprogramm „ELGA AKTIV" beantragt werden.

Bei Vertrag mit BVA und SVA
Vertragsärzte, die ausschließlich mit der BVA und der SVA (oder nur mit der BVA) einen kurativen Vertrag abgeschlossen haben (also nicht mit einer GKK), haben bei tatsächlicher Nutzung von e-Medikation mit Vertragspartnersoftware auch Anspruch auf einen Wartungskostenzuschuss in Höhe von EUR 20.- monatlich. Ein Anspruch besteht frühestens ab dem Zeitpunkt des Roll-Outs. Die Auszahlung erfolgt jährlich im Nachhinein und nur dann, wenn die Pauschale von keinem anderen Träger zur Auszahlung gelangt ist. Es bedarf keiner expliziten Angabe in der Abrechnung. 

Voraussetzung für die Verrechnung des Zuschusses ist dessen Beantragung inkl. einer Zustimmungserklärung (analog der GKK), dass die integrierte Verwendung durch den zuständigen Krankenversicherungsträger überprüft wird. Die Beantragung des Zuschusses hat im Rahmen der Beantragung der Förderung aus dem Förderungsprogramm „ELGA AKTIV" zu erfolgen.

SVA
Vertragsärzte und Vertragsgruppenpraxen die weder mit der WGKK, noch mit der BVA, jedoch einen Vertrag mit der SVA haben, können die EUR 20.- Euro Wartungspauschale ebenfalls verrechnen. Die Verrechnung erfolgt, nicht mit einer eigenen patientenunabhängigen Satzart (wie bei ALVA), sondern über die NOVA-Position 0970730 eMED1 bei einem beliebigen Patienten, für den die e-Medikation genutzt wurde. Es ist nicht notwendig die Wartungspauschale inkl. Zustimmungserklärung zu beantragen.

VAEB
Vertragsärzte und Vertragsgruppenpraxen, die weder mit einer GKK noch mit der BVA oder der SVA, jedoch mit der VAEB einen kurativen Einzelvertrag haben, können ebenfalls einen Wartungskostenzuschuss in Höhe von EUR 20.- monatlich im Rahmen der Abrechnung verrechnen.

Bei Nutzung der Browserlösung der e-Medikation besteht kein Anspruch auf den laufenden Wartungskostenzuschuss!
 

Fragen zur Anwendung

Wie gehe ich mit den Aufklärungspflichten zum situativen Opt-out um?

Mit einer gut sichtbaren Platzierung dieses Aushangs in den Räumlichkeiten Ihrer Ordination, kommen Sie Ihrer Aufklärungspflicht ausreichend nach. Der Aushang wurde Ihnen von der ELGA GmbH zusammen mit anderem Informationsmaterial bereits zugesandt. Wenden Sie sich bitte an die ELGA Serviceline unter der Telefonnummer 050 124 4422, falls Ihnen dieser Aushang nicht vorliegt. Sollte es die Patientin oder der Patient also proaktiv wünschen, können einzelne Medikamente bei Verordnung nicht in die e-Medikation aufgenommen werden - in diesem Fall spricht man von einem situativen Opt-out, gemäß Gesundheitstelematikgesetz 2012. 
 

Prüft die e-Medikation auf Wechselwirkungen?

Entsprechend dem Gesundheitstelematikgesetz 2012 erfolgt die Prüfung von Wechselwirkungen in der Eigenverantwortung der Ärztinnen und Ärzte und ist nicht Gegenstand von ELGA bzw. e-Medikation. Bitte fragen Sie Ihren Softwarehersteller, ob eventuell in Ihrer Arztsoftware eine Prüfung erfolgt. Wie bisher liegt die Verantwortung der Wechselwirkungen in ärztlicher Hand.


Muss ich alle Medikamente meiner Patienten in die e-Medikation eingeben?

Nein, nur die Medikamente, die Sie aktuell verordnet haben und erst ab Ihrem individuellen Verpflichtungszeitpunkt – Sie müssen keine vorher ausgestellten Medikamente nacherfassen!

Falls Sie die e-Medikation mittels Arztsoftware nutzen, werden die Medikamentendaten unmittelbar bei Rezeptausstellung übertragen. Bei Nutzung der Webbrowservariante ist eine Doppeleintragung erforderlich – einmal in der Arztsoftware, einmal im Browser.
 

Welche Einstellungsmöglichkeiten in der e-Medikation hat der Patient?

Die Patientin/der Patient kann selber über seinen persönlichen ELGA Zugang entweder die gesamte e-Medikationsliste oder eine einzelne Ärztin/einen einzelnen Arzt sperren, aber nicht einzelne Medikamente.

Der Patient hat auch das Recht einen besonderen Vertrauensarzt in ELGA zu benennen. Mit der Bekanntgabe von Vertrauensärzten kann der Zugriff auf die e-Medikationsdaten von 28 Tagen auf ein Jahr ausgedehnt werden. Voraussetzung ist das einmalige Stecken der e-card, danach kann 365 Tage auch mit Admin-Card (O-Card) auf die Daten zugegriffen werden.
 

Ist es möglich, dass einzelne Medikamente nicht in die e-Medikation aufgenommen werden?

Ja, das ist möglich. Dafür muss bei der Verordnung angegeben werden, dass dieses Medikament nicht in die e-Medikation eingetragen werden soll. In diesem Fall spricht man von einem "situativen Opt-out", das auch im Gesundheitstelematikgesetz 2012 geregelt ist. Dieses Medikament scheint dann zwar auf dem Papierrezept und in der Dokumentation der Ärztin bzw. des Arztes auf, nicht aber in der e-Medikationsliste. 
 

Wie lange werden die Medikamente meiner Patienten in der e-Medikation gespeichert?

Medikamente werden nach zwölf Monaten vom Server der e-Medikation gelöscht.. Man kann sich aber alle Medikamente aus der e-Medikation, die man nicht selbst verordnet hat, in seine Arztsoftware herunterladen, damit die History lokal gespeichert bleibt.

Die Apotheken müssen zudem vermerken, welche der verschriebenen Medikamente an die Patientin bzw. den Patienten abgegeben wurden.


Was mache ich bei Hausbesuchen mit der e-Medikation?

Grundsätzlich ist die Nutzungsverpflichtung der e-Medikation für Hausbesuche ausgenommen, da die technische Voraussetzung beim Hausbesuch fehlt.

Für den Zugriff auf die e-Medikation ist der Nachweis eines Behandlungs- bzw. Betreuungsverhältnisses mittels Stecken der e-card Voraussetzung – das heißt die e-card Steckung der Patientin/des Patienten darf längstens 28 Tage in der Vergangenheit liegen, oder die Ärztin/der Arzt ist als Vertrauensarzt gekennzeichnet.

Sollte dies der Fall sein, kann bereits im Vorfeld die Medikationsliste abgerufen bzw. können etwaige Verordnungen in e-Medikation gespeichert, die eMED-ID auf das Rezept aufgedruckt und dieses dann zum Hausbesuch mitgenommen werden.

Eine nachträgliche Erfassung von Verordnungen in die e-Medikation nach Hausbesuchen ist nicht sinnvoll, da ein entsprechendes im Zuge eines Hausbesuches erstelltes Rezept ohne eMED-ID möglicherweise in der Zwischenzeit bereits eingelöst wurde.

Speichert die Ärztin bzw. der Arzt im Zuge des Hausbesuches die Verordnung nicht in e-Medikation (z.B. händisches Rezept), kann die Abgabe in der Apotheke dennoch in e-Medikation erfasst werden. Dafür ist das Stecken der e-card in der Apotheke notwendig, um der Apothekerin bzw. dem Apotheker das Speichern zu ermöglichen.
 

Was mache ich bei Visiten in Heimen mit der e-Medikation?

Wenn das Pflegeheim über einen e-card Anschluss verfügt, können sich niedergelassene Ärztinnen bzw. Ärzte im Pflegeheim mit ihrer Admin-Karte (O-Card) anmelden, mit der e-card der Patientin bzw. des Patienten das Behandlungsverhältnis nachweisen und entsprechend auf die e-Medikation zugreifen. Sollte diese technische Voraussetzung nicht bestehen – siehe bitte "Was mache ich bei Hausbesuchen mit der e-Medikation"?
 

Was ist ein Vertrauensarzt?

Eine Patientin oder ein Patient kann mehrere Ärztinnen und/oder Ärzte zu „Vertrauensärzten" erklären. Das bedeutet, dass die Zugriffsdauer (28 Tage gem. Gesundheitstelematikgesetz 2012) auf die e-Medikationsdaten nach stecken der e-card auf ein Jahr verlängert wird.


Wie wird man zum Vertrauensarzt?

Die Patientin bzw. der Patient kann den Vertrauensarzt

  • selbst über das ELGA Portal (Login mittels Bürgerkarte oder Handysignatur),
  • direkt bei den ELGA-Ombudsstellen über dieses Formular (auch am Ende dieser Seite zu finden),
  • oder mittels schriftlichem Formular per Post (Ausweiskopie notwendig) an die ELGA-Ombudsstelle Wien bekanntgeben:

ELGA-Ombudsstelle Standort Wien
Ramperstorffergasse 67, 1050 Wien 
Telefon: +43 1/544 06 80
E-Mail: elga-ombudsstelle@wien.gv.at
Montag bis Freitag 8:00–16:00 (nur werktags)
Um Terminvereinbarung wird gebeten.
 

Kann bzw. muss e-Medikation/ELGA auch bei Patientinnen bzw. Patienten verwendet werden, die privat behandelt werden (z.B. wenn kein Versicherungsanspruch oder Vertragsverhältnis der Ärztin bzw. des Arztes mit dem Versicherungsträger der Patienten bzw. des Patienten besteht)?
 

Ja, e-Medikation kann und muss in einem solchen Fall verwendet werden, weil die Pflicht zur Speicherung und Nutzung von Daten der e-Medikation unabhängig vom Versicherungsanspruch der Patientin bzw. des Patienten besteht. Die e-card der Patientin bzw. des Patienten muss zum Zwecke des Nachweises des Kontaktes dennoch gesteckt werden. Dies erfolgt allerdings unabhängig von der Prüfung und dem Ergebnis der leistungsrechtlichen Ansprüche durch das e-card-System.

 

Muss ich als Ärztin bzw. Arzt auch Daten für jene Patientinnen bzw. Patienten in e-Medikation speichern, die bei einem Versicherungsträger versichert sind, mit dem ich keinen Vertrag habe?

Ja. Wenn Sie als Ärztin bzw. Arzt in einem Vertragsverhältnis zu einem Träger der gesetzlichen Krankenversicherung stehen, besteht gemäß ELGA-Verordnung 2015 die Pflicht zur Speicherung von Daten der e-Medikation, unabhängig vom Versicherungsanspruch bzw. dem leistungszuständigen Krankenversicherungsträger der Patientin bzw. des Patienten.
 

Ersetzt die e-Medikation das Rezept?

Nein. Die e-Medikation stellt eine Übersicht über Verordnungen und Abgaben elektronisch bereit. Es werden weiterhin Papierrezepte ausgestellt.

 

Weitere Informationen zur e-Medikation

 
  • Ein FAQ zur e-Medikation für Patientinnen und Patienten der SVC finden Sie hier.
  • Ein FAQ zur e-Medikation für Ärztinnen und Ärzte finden Sie hier.
  • Ein umfangreiches Handbuch der SVC zur e-Medikation finden Sie hier.
  • Link zum ELGA – e-Medikation Video auf Youtube (2016)
  • Die Sonderrichtlinie ELGA-Aktiv mit den Förderungsrichtlinien finden Sie hier.
    FAQs zu den Förderungsrichtlinien finden Sie hier.
  • Zum e-Learning Modul kommen Sie hier. Ärztinnen und Ärzte bekommen bei Anmeldung und Beantwortung der Fragen zwei Fortbildungspunkte.
    Alle Module sind frei zugänglich und können auch ohne Anmeldung von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt werden.
  • Die Kontaktdaten der ELGA Serviceline:
    050 124 44 22 bzw. support@elga-serviceline.at

Kontakt

 Florian Chalupsky

Florian Chalupsky

Statistiker der Kurie niedergelassene Ärzte


Dominic Ander

Statistiker der Kurie niedergelassene Ärzte