Sehr geehrte Frau Kollegin!
Sehr geehrter Herr Kollege!

 

Komplementärmedizin: Zukünftig nur für Ärzte
Die Bundesregierung plant die bisherige Rechtslage insofern klarzustellen, als jegliche Form der Alternativ- und Komplementärmedizin nur von Ärztinnen und Ärzten ausgeübt werden kann. Damit soll sichergestellt werden, dass jegliche Alternativ- und Komplementärmedizin aus Gründen der Patientensicherheit nur von Ärztinnen und Ärzten angeboten und ausgeübt werden darf, die auch eine schulmedizinische Ausbildung haben, Risiken bestmöglich abschätzen können und auch einem strengen Disziplinarrecht unterliegen. Natürlich muss kein Arzt Alternativ- oder Komplementärmedizin ausüben und die Alternativ- und Komplementärmedizin wird auch nicht Teil der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten. Die Ärztekammer weist darauf hin, dass jegliche heilende Tätigkeit stets nur in die Hände von Ärztinnen und Ärzten gehört - das beinhaltet auch die Alternativ- und Komplementärmedizin. Gäbe es diese Regelung nicht, würden Geistheilern etc. Tür und Tor geöffnet werden.


Privatspitäler erhöhen Infrastrukturbeitrag
Da sich die Privatspitäler auch über die Leistungen der zentralen Fächer finanzieren, wurde seinerzeit zwischen der Ärztekammer und den Privatkrankenanstalten vereinbart, dass sich der Infrastrukturbeitrag dann erhöht, wenn sich die Honorare der sogenannten "technischen" Fächer (Physikalische Medizin, Nuklearmedizin, Radiologie und Labor) im Gegensatz zu den Honoraren der anderen Fächer nicht erhöhen.

Im Zuge der letzten Sonderklasseverhandlung konnte man sich auf eine deutliche Tariferhöhung für die klinischen Honorare und auf Beibehaltung der Tarife der technischen Fächer einigen.

Daraus resultierend, wird ab 1. Oktober 2018 für alle Aufnahmen in den Belegspitälern der Infrastrukturbeitrag von 10,21% auf 10,80% angehoben. Diese Erhöhung entspricht der vertraglichen Vereinbarung.

Die Ärztekammer für Wien ersucht in diesem Zusammenhang um Mitteilung, falls sich einzelne Privatkrankenanstalten nicht an diese Vereinbarung halten und höhere Infrastrukturbeiträge verlangen sollten.


Quotenlösung für die Altfälle in der Schlichtungsstelle
Die Ärztekammer für Wien und der Versicherungsverband Österreichs (VVO) haben im Rahmen der letzten Vertragsverhandlungen hinsichtlich der Optimierung des Schlichtungsverfahrens einen dringenden Handlungsbedarf festgestellt. Das Schlichtungsverfahren wird zukünftig somit generell neugestaltet. Bis diese Neugestaltung umgesetzt ist, wurde jedoch mit dem VVO ein Vergleichsangebot für die Altfälle ausverhandelt. Jeder Fall, der bis zum 30.September 2018 bei der Schlichtungsstelle der Ärztekammer für Wien eingereicht wurde, kann mit 45% des strittigen Betrags verglichen werden, sofern Arzt und Rechtsträger des Krankenhauses zustimmen. Das Vergleichsangebot schließt allerdings die Selektion von einzelnen Fällen aus.

Mit Annahme des Vergleichsangebots durch den Arzt sowie durch den Rechtsträger des Krankenhauses wären sämtliche mit diesen Fällen zusammenhängende strittigen Ansprüche mit der Privatversicherung bereinigt und der Rechtsweg ist somit ausgeschlossen.

Bei einer Ablehnung des Vergleichsangebots bleiben die Fälle in der Schlichtung und werden im Rahmen dieser wie bisher üblich behandelt. Ziel ist es, dass die einzelnen Fälle jedes betroffenen Arztes noch im November 2018 konkret vorgelegt werden.


Wir sind für Feedback, Wünsche und Anregungen stets offen.


Diese bitte an: kurie.ng@aekwien.at

Mit kollegialen Grüßen
Ihre Kurie niedergelassene Ärzte