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Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: Kritik an Urlaubs- und Dienstzeitregelungen im WIGEV

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Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: Kritik an Urlaubs- und Dienstzeitregelungen im WIGEV

Um Personalkosten zu senken, werden Urlaubstage, Nachtgutstunden sowie freie Tage umgeplant oder verschoben

Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien übt scharfe Kritik an der Vorgehensweise bei Urlaubs- und Dienstzeitregelungen im Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV). Der Kurie angestellte Ärzte sowie den beiden Sektionen wurde zugetragen, dass systematisch Urlaube, Nachtgutstunden sowie freie Tage umgeplant beziehungsweise verschoben werden, um Überstunden zu reduzieren und Personalkosten zu senken. Bereits eingetragene oder geplante Urlaubstage werden in sogenannte „Stricherltage“ (Tage, in denen kein Dienst im Dienstplan eingetragen ist) bzw. Nachtgutstunden (für jeden geleisteten Nachtdienst gibt es zwei Gutstunden) umgewandelt. Diese entsprechen aber nicht gleichwertig einem Urlaubstag. Darüber hinaus werden auch geplante Urlaube in ungeplante Urlaube umgewandelt, da diese weniger Stunden beinhalten.

Durch dieses Vorgehen müssen Ärztinnen und Ärzte mehr Stunden leisten, und es drohen, bestehende Urlaubsansprüche zu verfallen. Eduardo Maldonado-González, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: „Das ist ein inakzeptabler Eingriff in arbeits- und dienstrechtliche Rahmenbedingungen und eine massive zusätzliche Belastung des medizinischen Personals.“

„Die Kammer lehnt diese Vorgangsweise strikt ab. Während die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach wie vor auf das längst angekündigte zweite Personalpaket warten, um damit die überfällige Wertschätzung zu erhalten, werden jetzt die Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtert. Urlaubs- und Dienstzeitregelungen können nicht nach Belieben geändert werden. Dienstanweisungen an die Personalabteilungen, die beim Personal zu einem Verlust von Urlaubstagen führen, müssen unverzüglich zurückgenommen werden“, stellt Maldonado-González klar.

Bernhard Schönthoner, Obmann der Sektion Turnusärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, ergänzt: „Es kann nicht sein, dass wirtschaftlicher Druck auf dem Rücken der Ärztinnen und Ärzte ausgetragen wird. Dienstpläne, freie Tage und genehmigte Urlaube dürfen nicht nachträglich zur kosmetischen Reduktion von Überstundenständen verwendet werden.“

Auch Elisabeth Pelanek-Völk, Obfrau der Sektion zur selbstständigen Berufsausübung berechtigten Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, warnt vor den Folgen dieser Vorgehensweise: „Die derzeitigen Vorgaben führen zu erheblicher Verunsicherung des Personals in den Häusern und gefährden eine verlässliche Dienst- und Lebensplanung der Kolleginnen und Kollegen.“

„Wir fordern den Wiener Gesundheitsverbund auf, gemeinsam mit den Standesvertretungen tragfähige Lösungen zu erarbeiten, die sowohl den Personalbedarf in den Spitälern als auch die Rechte und die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigen“, sagt Vizepräsident Maldonado-González.