Digitalisierung

Stand 3. Mai 2019


Hier finden Sie eine Übersicht und Beschreibung der aktuellen und geplanten Digitalisierungsprojekte des Gesundheitssystems, die niedergelassene Ärztinnen und Ärzte betreffen.

 

e-Befund

e-Befunde sind Befunde, die in ELGA verfügbar sind. e-Befunde sind ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe sowie Labor- und Radiologiebefunde.

Wann kommt der e-Befund?
Die Usability von ELGA inkl. der Suchfunktion sind aktuell nicht hergestellt. Ergänzend fehlen die Überlegungen der öffentlichen Hand, wer die Kosten der Implementierung in die Arztsoftware den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten finanziert.

Für die Ärzteschaft kommt hinzu, dass e-Befunde, vor allem bei chronisch kranken Menschen, ohne eine Suchfunktion bzw. einer kurzen „Patient Summary", verbunden mit haftungsrechtlichen Klarstellungen, unakzeptabel ist.

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein hat eine Rundum-Evaluierung der ELGA e-Befunde der ELGA GmbH in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse im Februar 2019 vorlagen. Im Kern wurden darin fünf grundsätzliche strategische Anforderungen an ELGA e-Befunde definiert: die Vollständigkeit und Übersichtlichkeit, die technische Qualität der e-Befunde, ein minimaler Zeitaufwand sowie mehr Vertrauen in ELGA. Aus ärztlicher Sicht müssen jedenfalls die Minimalanforderungen Datenschutz, verbindliche Finanzierung, Benutzerfreundlichkeit, eine Patient-Summary und ein Minimalzeitaufwand für die Nutzung von ELGA erfüllt sein, um ELGA e-Befunden zustimmen zu können.

Bis wann all diese Fragen und Anforderungen geklärt sind ist im Moment nicht abschätzbar - eine Umsetzung der e-Befunde im niedergelassenen Bereich ist im Moment auch auf längere Sicht noch nicht greifbar.

 

e-Impfpass

Die ELGA GmbH wurde im Juni 2018 mit der Umsetzung der Pilotierung des e-Impfpasses beauftragt und begann unmittelbar danach mit den Projektarbeiten. Die Ärztekammer war von Beginn an in das Projekt involviert und wird dies auch unter Voraussetzung auf die fortdauernde Einhaltung diverser Grundbedingungen bleiben. Die wesentlichsten dieser Bedingungen für ein erfolgreiches Projekt sind die Mitwirkung der Ärzteschaft, die freiwillige Teilnahme von Pilotärzten und die Abgeltung deren Kosten, eine Ausrollung nur nach Abnahme seitens der Ärztekammer sowie die Kostenabgeltung bei entstehenden Mehrkosten. Die Finanzierung der Pilotierung des e-Impfpasses erfolgt gemeinsam vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, allen neun Bundesländern und den Sozialversicherungen.


Wie ist das Pilotprojekt aufgesetzt?
Im Rahmen des Pilotprojekts soll der e-Impfpass zusammen mit den Landessanitätsdirektionen sowie ausgewählten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erprobt werden. Die Pilotphase soll die öffentlichen Impfstellen sowie ca. 30 ausgewählte Pilotärzte in Niederösterreich, der Steiermark und Wien umfassen. Mitwirken können nur niedergelassenen Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde und Allgemeinmediziner – also Ärztinnen und Ärzte, die üblicherweise Kinder impfen –, da das Pilotprojekt vorerst als Zielgruppe Personen zwischen null und sechs Lebensjahren umfasst.
Die Impfdaten werden in einem zentralen österreichischen Impfregister gespeichert. Dies ermöglicht eine nahezu vollständige und standardisierte Impfdokumentation, die den Papier-Impfpass zukünftig ersetzen soll. Durch Verknüpfung mit dem nationalen österreichischen Impfplan sollen personalisierte Impfempfehlungen über den e-Impfpass und damit mehr Service und Komfort für die Patientinnen und Patienten möglich werden.
 

Wann kommt der e-Impfpass?
Im Moment ist geplant, den e-Impfpass im Rahmen des Pilotprojekts zu evaluieren und dann ab 2021 schrittweise in ganz Österreich einzuführen.

https://www.elga.gv.at/e-impfpass/e-impfpass/index.html

 

eKOS – das elektronische Kommunikationsservice

Im Laufe des Jahres 2019 soll ein elektronisches Überweisungs- und Zuweisungssystem eingeführt werden. Dieses System mit dem Namen eKOS - Elektronisches Kommunikationsservice - ist aber kein Bewilligungssystem vergleichbar dem Arzneimittelbewilligungssystem (ABS), sondern eben ein ausschließliches elektronisches Überweisungs- und Zuweisungssystem. eKOS gehört nicht zu ELGA und ist ein Service der Sozialversicherung. Auch bei diesem Projekt ist es gelungen, dass sowohl Anschub- als auch Folgekosten von den Sozialversicherungen übernommen werden – für eKOS stellt der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger für die flächendeckende Verwendung pauschal EUR 2,1 Mio. zur Verfügung. Die Implementierung soll 2019 abgeschlossen sein. Bei flächendeckender Umsetzung steigt auch der Tarif der Vorsorgeuntersuchung auf EUR 91,- an.


Wie funktioniert eKOS?

Vorstellen kann man sich eKOS ähnlich dem Boardingpass beim Fliegen: Entweder man erhält eine haptische Überweisung wie bisher, aber nach abgesendeter Zuweisung im eKOS als Informationsblatt ausgedruckt – was bis zum Ende der Einführungsphase jedenfalls der Fall sein soll und bei Wahlärzten ohnehin nur so weiter funktionieren kann, da sie nicht am e-Card System hängen –, oder aber die Patientin/der Patient erhält die Überweisung per sms oder E-Mail. Allfällige Bewilligungen für einzelne Leistungen (z.B. CT/MRT) müssen die Patientinnen und Patienten weiter selbst einholen.
 
Wann kommt eKOS?
Am 1. April 2019 hätte die verpflichtende Nutzung für Zuweisungen zu CT und MRT, zu nuklearmedizinischen und humangenetischen Untersuchungen, zur klinisch-psychologischen Diagnostik sowie zu Knochendichtemessungen kommen sollen.
Ab 1. Juli 2019 hätten dann auch Zuweisungen für Röntgenuntersuchungen, Röntgentherapien und Sonografie in das System kommen sollen.


ABER - Voraussetzung für den verpflichtenden Einführungszeitpunkt des eKOS ist ein reibungsloser Ablauf in den Ordinationen!

Da die hohen Erwartungen an das elektronische Kommunikationsservice eKOS in der Pilotphase bisher in zahlreichen Punkten nicht erfüllt wurden, gibt es seitens der Ärztekammer aktuell keine Empfehlung für den Einsatz von eKOS!  Zuvor müssen Schwachstellen behoben werden und auch datenschutzrechtlich gibt es noch Klärungsbedarf. Daher befindet sich die Ärztekammer aktuell in intensiven Verhandlungen mit dem Hauptverband. Mehr dazu lesen Sie hier.
 

ACHTUNG:
Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass die niedergelassenen Radiologinnen und Radiologen in Wien frühestens ab 1. August 2019 CT- und MRT-Zuweisungen im eKOS empfangen können. Falls Sie eKOS bereits verwenden, benötigen Patientinnen und Patienten bis dahin dringend den ohnehin bis Ende 2019 erforderlichen Ausdruck des Informationsblatts nach eKOS Zuweisung, oder den herkömmlichen CT- oder MRT-Zuweisungsschein für die Radiologie.

www.sozialversicherung.at/ekos

 

ELDA
 
ELDA ist ein System für den elektronischen Datenaustausch mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern und KEINE Anwendung, die zu ELGA gehört. Dienstgeber und Vertragspartner nutzen ELDA seit 1995 zur Übermittlung ihrer Meldungen an die Sozialversicherung und die Finanzverwaltung.

www.elda.at

 

ELGA – die elektronische Gesundheitsakte

ELGA steht für „elektronische Gesundheitsakte". ELGA ist ein Informationssystem, das behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Spitälern, Pflegeeinrichtungen und deren Patientinnen und Patienten sowie Apotheken den digitalen Zugang zu Gesundheitsdaten erleichtern soll. Gesundheitsdaten wie z.B. Befunde zu einer Person entstehen bei unterschiedlichen Gesundheitseinrichtungen. ELGA vernetzt diese und stellt sie über eine Verlinkung („Verweis") elektronisch zur Verfügung.


Wann kommt ELGA?

Nach der schrittweisen Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) in den Spitälern des Krankenanstaltenverbunds der Stadt Wien (KAV) im Dezember 2015 hätte, gemäß ELGA-Gesetz, die Elektronische Gesundheitsakte im Juli 2016 auch bereits im niedergelassenen Bereich etabliert sein sollen.

Wie die Ärztekammer schon von Anfang an behauptet hat, ist dieser Zeitplan niemals real gewesen und die Praxis hat auch gezeigt, dass es noch Jahre dauern wird, bis ELGA, falls je überhaupt vollständig und für die Ärzteschaft sinnvoll, etabliert ist. 

2018 hat sich wieder in Umfragen bestätigt, dass im Bereich der Spitäler die Spitalsärzte ELGA kaum nutzen bzw. teilweise nicht einmal wissen, dass es ELGA gibt bzw. wie es benützt werden kann, weil der Informationsgehalt aktuell für die Patientenbetreuung wenig nützlich ist.

https://elga.gv.at/gda/elga-im-niedergelassenen-bereich/index.html

 

e-Medikation

Die e-Medikation ist eine ELGA-Funktion. Von Ärztinnen und Ärzten verordnete und in der Apotheke abgegebene Medikamente werden als sogenannte e-Medikationsliste für ein Jahr gespeichert. Bürgerinnen und Bürger können über das ELGA-Portal auf www.gesundheit.gv.at ihre e-Medikationsliste selbst einsehen.

2017 hat man sich nach jahrelangen Verhandlungen endlich auf die Finanzierung der e-Medikation geeinigt und im Frühjahr 2018 die entsprechenden Förderrichtlinien abgestimmt. Im niedergelassenen Bereich hat 2018 die Ausrollung der e-Medikation in einzelnen Bundesländern begonnen.
Aus Sicht der Wiener Ärztekammer war es ein Erfolg, dass die e-Medikation in Wien als letztes Bundesland erst über den Sommer 2019 ausgerollt werden wird, weil damit für Wien schon 2018 zahlreiche Erfahrungen gesammelt werden konnten, wie der Roll-out für die Wiener Ärzteschaft am besten funktionieren könnte.
Nachdem die zentralen Fragen der Ärzteschaft zu den Themen Usability und Finanzierung geklärt werden konnten, steht einer Ausrollung 2019 aufgrund der Vorarbeiten 2018 nichts mehr im Wege. Ergänzt werden müsste dieses Roll-out aus Sicht der Ärzteschaft allerdings mit gesetzlichen Klarstellungen, um die ELGA-Bürokratie zu vermindern, z.B. im Bereich des situativen Opt-out in der Arztordination. Hierzu wurden 2018 Vorschläge erarbeitet, die im zuständigen Ministerium auf Umsetzung warten.

Wie funktioniert die e-Medikation?
Die e-Medikation ist eine Datenbank, in der von Ärztinnen und Ärzten verordnete bzw. von Apotheken abgegebene Medikamente und wechselwirkungsrelevante, nicht rezeptpflichtige Arzneimittel gespeichert werden. In der persönlichen e-Medikationsliste, in die über das ELGA-Portal Einsicht genommen werden kann, können Patientinnen und Patienten sowohl die verschriebenen und in der Apotheke bereits abgeholten Medikamente als auch die offenen Rezepte einsehen.

Wann kommt die e-Medikation?
Die Einführung der e-Medikation in Wien erfolgt über die Sommermonate innerhalb dieser fünf Regionen und soll am 19. September 2019 abgeschlossen sein.

Aktuelle Informationen und häufige Fragen zur e-Medikation folgen in Kürze!

https://www.chipkarte.at/cdscontent/?contentid=10007.767252&portal=ecardportal&viewmode=contet

 

e-Rezept

Der Hauptverband, die Österreichische Ärztekammer und die österreichische Apothekerkammer haben sich auf die Einführung des elektronischen Rezeptes geeinigt. Damit werden über 60 Millionen Stück Papierrezepte pro Jahr in Zukunft weitestgehend durch eine elektronische Lösung abgelöst. Auf Wunsch erhalten Patientinnen bzw. Patienten einen Code elektronisch auf ihr Handy und können im Portal der Sozialversicherung unter www.meinesv.at ihre e-Rezepte abrufen. Bezahlte Rezeptgebühren werden dem Rezeptgebühren-Konto (REGO) der Versicherten tagesaktuell angerechnet.

Wie funktioniert das e-Rezept?
Die Ärztin bzw. der Arzt erstellt das e-Rezept mit seiner Arztsoftware und speichert damit das elektronische Rezept automatisch im e-card System. Auf Wunsch erhalten Patientinnen bzw. Patienten einen Code elektronisch auf ihr Handy oder auch einen Ausdruck des e-Rezeptes, auf dem ebenfalls ein Code aufgedruckt ist. In der Apotheke wird dieser Code gescannt und das e-Rezept aus dem e-card System abgerufen. Durch Stecken der e-card in der Apotheke kann das e-Rezept auch ohne Code abgerufen werden. Danach speichert der Apotheker die Einlösung des Rezeptes im e-card System und rechnet die e-Rezepte elektronisch mit der Sozialversicherung ab.

Patientinnen und Patienten können über das Portal der Sozialversicherung www.meinesv.at bzw. über eine App ihre e-Rezepte elektronisch abrufen und haben damit eine komplette Übersicht über ihre e-Rezepte.

Wann kommt das e-Rezept?
Der Start der Einführung vom e-Rezept erfolgt im Rahmen einer Pilotphase in zwei Bezirken in Kärnten ab April 2020. Die flächendeckende Einführung soll bis 31. Mai 2022 abgeschlossen sein. 

http://www.hauptverband.at/cdscontent/?contentid=10007.812167&viewmode=content


Kontakt

 Jennifer Panholzer

Jennifer Panholzer

Stellvertretende Kurienmanagerin


 Florian Chalupsky

Florian Chalupsky

Statistiker der Kurie niedergelassene Ärzte