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Gesundheitskompetenz stärken, anstatt System weiter zu belasten

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Gesundheitskompetenz stärken, anstatt System weiter zu belasten

Überweisungspflicht für Facharztbesuche würde die Versorgung in Wien massiv überlasten

Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien erteilt der Überweisungspflicht für Facharztbesuche eine klare Absage. Diese Thematik wird immer wieder ins Spiel gebracht, auch im Zuge der aktuellen Verhandlungen zur Gesundheitsreform.

„Die Primärversorgung ist ohnehin bereits am Limit und muss dringend massiv ausgebaut und attraktiviert werden“, sagt Johannes Steinhart, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. „Eine Überweisungspflicht würde in Wien zusätzliche Patientinnen und Patienten in die allgemeinmedizinischen Ordinationen spülen und somit zu längeren Wartezeiten in allen Bereichen führen. Dieser Vorstoß ist undurchdacht und würde die Situation weiter verschärfen.“

Positive Signale der Ministerin zu vernehmen

In den letzten Monaten wurde in Gesprächen zwischen den relevanten Stakeholdern und dem Gesundheitsministerium signalisiert, dass dieses Vorhaben in Wien praktisch nicht umsetzbar sei und deshalb nicht in Planung wäre. Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: „Ich appelliere an die Ministerin, auf die Expertise von uns Ärztinnen und Ärzten zu vertrauen und in der Millionenstadt Wien von dieser Maßnahme abzusehen. Die Wiener Bevölkerung wird es Ihnen danken.“

Gesundheitskompetenz stärken

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Patientenlenkung beginnt bereits in jungen Jahren. So müsse die Gesundheitsbildung in den Schulen etabliert werden. Dazu nennt Kamaleyan-Schmied das Vorzeigemodell „Med4School - Die Gesundheitsdrehscheibe“: „In Wien haben wir als Kammer das Projekt Med4School in den Wiener Volksschulen etabliert.“ Damit werden Kindern grundlegende Fähigkeiten vermittelt, Gesundheitsinformationen zu verstehen und anzuwenden. Die Kinder eignen sich nicht nur Wissen über ihren Körper oder Krankheiten an, sondern lernen auch, wie das österreichische Gesundheitssystem funktioniert. „Mit wenig Aufwand könnte dieses Modell in ganz Österreich ausgerollt werden und die Patientenlenkung von Grund auf neu denken.“



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