News

Impfungen sind aus gutem Grund eine ärztliche Leistung

Ärztekammer für Wien Logo

Impfungen sind aus gutem Grund eine ärztliche Leistung

Die von der Regierung angekündigte Maßnahme, Impfungen in Apotheken zu ermöglichen, sehen wir äußerst kritisch. Patientensicherheit muss immer oberste Priorität haben!

„Impfen ist mehr als nur ein Stich. Es ist mehr als das Setzen einer Spritze. Es ist eine ärztliche Kernkompetenz, die medizinische Expertise, Erfahrung und die Fähigkeit zum Umgang mit Notfällen voraussetzt. Impfen erfordert ärztliche Beratung, Risikoabschätzung, die Feststellung der Impftauglichkeit sowie ein entsprechendes Notfallsetting. Ärztinnen und Ärzten kennen die Risikoprofile ihrer Patientinnen und Patienten und gewährleisten eine sichere und korrekte Durchführung von Schutzimpfungen. Sie absolvieren ein intensives Medizinstudium und eine langjährige Ausbildung, um medizinische Entscheidungen verantwortungsvoll und evidenzbasiert treffen zu können. Das qualifiziert sie für die lebenswichtige Behandlung von Patientinnen und Patienten, wie eben Impfungen. Wir lehnen die angekündigte Maßnahme daher ab und fordern die Regierung zum Umdenken auf. Patientensicherheit muss oberste Priorität haben“, betont Johannes Steinhart, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
 
Abgabe von Medikamenten direkt in den Ordinationen

Ablehnung für den Vorstoß der Regierung kommt auch aus dem niedergelassenen Bereich. „Die medizinische Verantwortung muss dort bleiben, wo sie hingehört: bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten“, betont Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. Viel sinnvoller für die Versorgung der Bevölkerung wäre es, endlich die Abgabe von Medikamenten in den Ordinationen zu ermöglichen. 

„Wenn Patientinnen und Patienten Impfstoffe und Medikamente im Sinne eines One-Stop-Konzepts direkt von Ärztinnen und Ärzten in den Ordinationen bekommen, ersparen sie sich den zusätzlichen Weg in die Apotheke. Das wäre organisatorisch und zeitlich eine große Entlastung für die Patientinnen und Patienten“, erklärt die Vizepräsidentin.