Presseaussendungen

Start in die Zeckensaison: Viele Wienerinnen und Wiener haben keinen aufrechten FSME-Impfschutz

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Start in die Zeckensaison: Viele Wienerinnen und Wiener haben keinen aufrechten FSME-Impfschutz

Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien rät zu rechtzeitiger Auffrischung und setzt sich für Gratis-Impfstoff ein

Mit steigenden Temperaturen werden Zecken wieder aktiv und damit nimmt auch das Risiko für Infektionen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu. In den vergangenen Jahren hat sich der Beginn der Saison mit FSME-Fällen auf März/April vorverlagert. Obwohl in Österreich etwa 85 Prozent der Bevölkerung grundsätzlich geimpft sind, ist nur rund die Hälfte davon entsprechend dem empfohlenen Impfschema korrekt geschützt.
„FSME ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen kann“, erklärt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte. „Die Impfung ist die effektivste Schutzmaßnahme gegen diese potenziell schwere Erkrankung, da es keine ursächliche Therapie gibt.“

In Österreich ist kein Bundesland FSME frei
Österreich gehört zu den FSME-Endemiegebieten Europas. Zwar treten viele Infektionen außerhalb der Städte auf, doch ein Zeckenstich kann auch in Parks, Grünflächen oder im eigenen Garten passieren.
„Die neu im Impfplan empfohlene Maßnahme lautet: Bei einem Zeckenstich sollte eine FSME-Impfung so rasch wie möglich erfolgen“, sagt Kamaleyan-Schmied. Dies gilt sowohl für Personen, die bisher nicht geimpft wurden, als auch für jene, deren Auffrischung laut Schema fällig oder überfällig ist. Wenn ein Zeckenstich nach der ersten Dosis erfolgt ist, sollte in das Schnellimmunisierungs-Schema gewechselt werden. Die notwendige Aufklärung passiert am besten im persönlichen Gespräch mit der Vertrauensärztin oder dem Vertrauensarzt. „Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um den eigenen Impfstatus zu prüfen und gegebenenfalls eine Auffrischung nachzuholen,“ betont Kamaleyan-Schmied.

Kammer setzt sich für Gratis-Impfstoff ein
Während einige Schutzimpfungen, wie beispielsweise gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR), COVID oder Influenza, bereits kostenlos angeboten werden, gehört die FSME-Impfung derzeit nicht dazu. „Impfen zählt zu den wirksamsten Maßnahmen der Prävention. Aber viele können sich das nicht leisten und sind deshalb einem großen, vermeidbaren Risiko, schwer zu erkranken, ausgesetzt,“ sagt Kamaleyan-Schmied. „Neben der Aufnahme der FSME-Impfung in das kostenfreie Impfprogramm sollte die Impfberatung ein fixer Bestandteil der ärztlichen Versorgung sein und als Kassenleistung vergütet werden. Derzeit müssen die Patientinnen und Patienten diese Leistung privat zahlen.“
Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien setzt sich auch für ein sogenanntes One-Stop-Konzept ein. „Es ist schon lange Wunsch der Bevölkerung, dass nicht nur Impfstoffe, sondern auch Medikamente direkt in den Ordinationen abgegeben werden sollen. Dies wäre schnell umzusetzen und würde die Durchimpfungsrate deutliche erhöhen. Zudem würde dies den Patientinnen und Patienten vor allem im Krankheitsfall unnötige Wege ersparen,“ sagt Kamaleyan-Schmied.


Notwendige Maßnahmen:

  • One-Stop-Konzept: Für eine einfache, patientenfreundliche Versorgung aus einer Hand sollen Impfstoffe und Medikamente direkt in den Ordinationen bereitgestellt und abgegeben werden können, um der Bevölkerung Umwege zu ersparen.
  • Impfberatung als Teil der jährlichen Vorsorgeuntersuchung: Ärztinnen und Ärzte genießen das Vertrauen ihrer Patientinnen und Patienten. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen sollten sowohl Impfberatung als auch die Überprüfung des Impfstatus als Kassenleistung angeboten werden. Damit würde das Bewusstsein für Impfungen gestärkt und eine individuelle Beratung ermöglicht werden.

Service
Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen kann es zu neurologischen Komplikationen kommen.
Für einen vollständigen Schutz ist eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen notwendig. Regelmäßige Auffrischungen sichern den Langzeitschutz. Erste Auffrischung drei Jahre nach der Grundimmunisierung dann:

  • unter 60 Jahren: alle fünf Jahre
  • ab 60 Jahren: alle drei Jahre